Sander Erich

Erich Sander

*11.9.1924 in Millingen, Empel, Niederhein; ✡ 31.12.2017 in Haifa

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Max Sander *12.7.1891 in Empel; ✡6.4.1943 Theresienstadt

Mutter Erna Salomon *14.12.1897 in Hamm/Sieg; ✡ 1991 Haifa

Geschwister Grete Sander *19.3.1927 in Hurl, Rees ; ✡12.2.1943 in Auschwitz

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Oberhausen, Alsenstraße 61; Catharinahoeve in Gouda

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Kindertransport

7.12.1938 Erich mit Schwester Margarete Sander aus Oberhausen nach Amsterdam

7.12.1938 Quarantine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321

10.1.1939 beide Geschwister I.G.K.R. Liesbosch, Moerdijkse Postbaan 18/Steenmansweg, Leur

3.4.1939 beide Geschwister Huize Kraaybeek, Hoofdstraat 63, Driebergen

28.7.1939 Schwester Margarete nach Rotterdam

Joodse Werkdorp Nieuwesluis

28.111939 Erich Sander zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen, Nieuwesluizerweg 42

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

10.9.1941 Erich Sander aus Wieringen zur Hachschara nach Gouda

Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.

Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.

Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.

Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.

1941 nach dem Ausscheiden von Herr Knol übernahm Jan Middelburg die Betriebsleitung, unterstützt von Dirk van Schaik.

Jeugdhuis Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam

23.11.1942 Erich Sander abgemeldet aus Gouda nach Amsterdam, Pl. Franschelaan 13

Er arbeitet in der Joodse Volkstuin, Gemüsegarten des JCB

April 1943 Shoshana Litten sucht entgegen der Anweisung der Vorstandsvorsitzenden für die Chaluzim Versteckplätze. Daraufhin tauchen viele unter.

Shoshana Litten aus Gouda beschafft auch Erich Sander eine Versteckadresse

Erste Razzia in der Franschelaan

15.7.1942 in der Dritten Großen Amsterdamer Razzia werden auch die Bewohner des Jeugdhuis verhaftet und nach Hooghalen deportiert

Zweite Razzia in der Franschelaan

26.5.1943 die Bewohner des Jeugdhuis Franschelaan werden bei einer Razzia verhaftet und nach Westerbork deportiert; Herta und Herbert Tombowsky eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager zusammen mit Martha Eibschütz, Kurt Elias, Ruth Karlsberg, Ernst Rosenbaum, Grete SchrammNorbert Schweitzer, Martin Uffenheimer, alle Baracke 60

Flucht nach Frankreich

20.5.1943 Aufruf zum Transport ins Kamp Westerbork

Kurt Hanemann organisiert die Schleuseraktion für Erich Sander, Alfred Dubowski, Max Kellner und Emil Glücker.

21.5.1943 Grenzübertritt nach Belgien

23.5.1943 Grenzübertritt nach Frankreich, Paris

Von Paris, nach Bordeaux; Erich Sander als Fremdarbeiter in der Marinewerft von La Rochelle mit Alfred Dubowski, Hermann Kellner, , Walter Rosenberg und Martin Wolff.

Bei einem Arbeitsurlaub besucht er mit seinen falschen Papieren noch einmal Shoshana Liten in ihrem Versteck in Amersfoort.

Vor seiner Abreiset besucht er noch seine Schwester Grete in Groningen in der Pflegefamilie Polak, um sie auf die Flucht mitzunehmen; Grte lehnt ab, da sie sich in der Familie Polak wohl fühlt

Bei der Rückreise mit Max Windmüller werden die beiden verhaftet, da die Grenzbeamten den doppelten Boden in Koffer mit 45.000 Franc entdecken; Max kommt durch geschicktes Taktieren frei, das Geld behalten die Grenzer.

Da nach kurzer Zeit die Tarnung von Max Kellner auffliegt, werden die Chaluzim aus La Rochelle abgezogen und fahren über Bordeaux nach Toulouse

Pyrenäen-Passage

Januar 1944 Der erste Versuch schlägt fehl, der Führer taucht nicht auf

Rückkehr für 4 Wochen nach Paris

28.2.1944 Zweiter Versuch nach Verabschiedung durch Joop Westerweel mit ca 60 Flüchtlingen, darunter auch englische Flieger, Franzosen

Bericht von Erich Ehud Sander

Bericht vom Meir Paul für Beit Lohamei Haghetaot (GFH)

Davon aus Loosdrecht: Walter Dreyfuss; Alfred Aron Dubowski; Ascher Heinrich, Joseph Heinrich; Meir Paul; Ernst Röttgen; Benno Turteltaub;
Außerdem Werner Seew Hirschfeld; Heinz Meyerstein

5.3.1944 Ankunft in Allois

Nach dem Übergang in Internierung in Lerida und weiter nach Barcelona

5.9.1944 Ausstellung des Identity Certificate in der britischen Botschaft in Barcelona

Alija auf der SS GUINEE

Oktober 1944 erhielten die Palästina-Pioniere in Spanien von der britischen Mandatsregierung erteilte Einwanderungs-zertifikate für Palästina. 

55 Hechaluz Mitglieder gingen am 27. Oktober 1944 in Cadiz an Bord des Schiffes „Guinée“ und erreichten am 4. November den Hafen von Haifa.

Seit Mai 1943 soll insgesamt 150 Palästina-Pionieren die Flucht aus den Niederlanden über Belgien bis Frankreich geglückt sein. Etwa 80 von ihnen überquerten in von der Toulouser Sektion der AJ organisierten Gruppen seit Februar 1944 die Pyrenäen und gelangten von Spanien aus in das unter britischem Mandat stehende Palästina

27.10.-4.11.1944 Erich Sander mit Arbeiter-Zertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS von Cadiz nach Haifa; Internierung im britischen Camp Athlit

14.11.1944 Entlassung der Chaluzim aus dem britischen Camp Athlit

Oberhausen- Düsseldorf- Theresienstadt

21.7.1942 beide Eltern aus Oberhausen ab Düsseldorf auf dem Transport VII/1 nach Theresienstadt

6.4.1943 Tod des Vaters in Theresienstadt

Kamp Westerbork

Das im Oktober 1939 von den niederländischen Behörden eröffnete Vluchtelingenkamp Westerbork in Drenthe wurde am 1. Juli 1942 von der SS als „Polizeiliches Judendurchgangslager“ übernommen. Es diente fortan der Erfassung, der Internierung und als Abgangsort der Massentransporte aus den Niederlanden nach Auschwitz und Sobibor sowie 1944 ins Sternlager Bergen-Belsen und nach Theresienstadt. Zunächst erfolgten die Deportationen von der Station Hooghalen aus, bevor im November 1942 das Kamp an das Gleisnetz angeschlossen wurde.

4.2.1943 Schwester Margarete mit ihrer Pflegefamilie verhaftet

4.2.1943 eingewiesen in das Kamp Westerbork

12.2.1943 Schwester Margarete auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz

Nachkriegszeit

16.5.1946 Mutter Erna Sander im DP Camp Deggendorf

20.12.1946 Ankunft der Mutter Erna von Bremerhaven nach New York

Gedenken

6.7.1955 Pages of Testimony von Ehud Sender für den Vater und Schwester Grete

7.12.2012 Stolpersteine für Grete, Erich und die Eltern in Oberhausen, Alsenstraße 61

2014 Stolperstein für Schwester Grete in Groningen

Quellen

https://www.archiefhond.nl/nt/Gda/joodsepersonenGouda.pdf

http://dokin.nl/deceased-children/Margarete-Sander-born-19-Mar-1927

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058528

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5078332

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de958658

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de958664

Gedenkhalle | Oberhausen

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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