Kern Hella

Hella Fanni Kern

*19.1.1924 in Leipzig; ✡ 2.5.2003 in Tel Aviv

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Josef Kern *22.11.1899 in Borodczany; ✡April 1945 auf dem Todesmarsch

Mutter Sala Hausmann *5.3.1899 in Jaroslau; in Riga Kaiserwald

Großeltern Markus Mordechai Kern; ✡1911; Frimet Nierenberg ✡1930

Großmutter Chaje Hausmann, Vater Josef und Ehepaar Süßholz

Großmutter Chaje Hausmann

Onkel Samuel Kern *22.11.1899 in Borodczany; oo Dora Sessler

Onkel Felix Feiwel Kern *15.4.1892

v.l. die Geschwister Hella, Mordechai, Thea Kern

Geschwister

Dora Kern *15.12.1922 in Leipzig; ✡2.12.1944 in Stutthof 1944 in Riga

Max Mordechai Mony Kern *18.9.1932 in Leipzig; ✡März 1944 Kinderaktion in Riga Kaiserwald

Weitere Verwandte der Familie

Nathan Kern *15.4.1875 in Bohorodczany oo Scheindel Sessler, Tochter des Anschel

deren Tochter war Dora Kern *15.3.1902 in Leipzig; oo Engel; aus dieser Ehe wiederum Hella Engel *22.3.1928 in Leipzig; oo Fabrikant

Beruf

Adressen Leipzig, König-Johann-Straße 2, Lessingstraße 22, Jakobstraße 11

Heirat 8.8.1950 in Ramat Gan mit Jascha Garbuz/Israeli *23.5.1916; ✡1.12.2009 in Ramat Efal

Kinder drei

Jossi Israeli *14.5.1956 in Ramat Gan; Juni 1984 in Tel Aviv

Weiterer Lebensweg

Erste Polenaktion

28.10.1938 Tante Dora Kern abgeschoben nach Zbaszyn

Novemberpogrom

12.11.1938 Onkel Samuel, Zwillingsbruder des Vaters Samuel verhaftet

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hella Kern in Leipzig, Lessingstraße 22 mit den Eltern und beiden Geschwistern

17.5.1939 Onkel Samuel Kern in Leipzig, Humboldtstraße 4

Zweite Polenaktion

7.9.1939 Onkel Felix verhaftet als feindlicher Ausländer

15.9.1939 Einweisung des Onkel Felix in das KL Sachsenhausen

31.1.1940 Tod des Onkels Felix im KL Sachsenhausen

Leipzig-Riga

21.1.1942 Hella Kern als freiwillige mit den Eltern und beiden Geschwistern sowie Onkel Samuel auf dem Transport von Leipzig nach Riga

24.1.1942 Ankunft in Riga Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto

21.6.1943 Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler, alle jüdischen Ghettos im Reichskommissariat Ostland, Estland, Lettland, Litauen und Teile Weißrusslands, aufzulösen und die Juden zu Arbeitseinsätzen heranzuziehen.

Juli bis 2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer

3. November 1943 Auflösung des Ghetto Riga

22.4.1944 Kinderaktion im KL Kaiserwald und den Außenlagern; Tod von Bruder Max

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.8.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

16.8.1944 Vater Josef von Stutthof nach Buchenwald

16.9.1944 Vater Josef von Buchenwald ins Außenlager Bochumer Verein

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig

1.10.1944 Ankunft mit Schwester Dora in Stutthof

Arbeitslager Bruss-Sophienwalde

Bei einer Selektion im KL Stutthof wird sie für das Arbeitslager Sophienwalde ausgewählt mit 500 Frauen ins Frauen-Außenlager Sophienwalde bei Bruss/Brusy (nicht Stolp!); geplant war die Errichtung des SS-Truppenübungsplatzes „Westpreußen“; Lagerkommandant war SS-Oberscharführer Wilhelm Schultz, zuvor Wehrmachtsoffizier (1906-1946). Die von Fanny Englard genannten SS-Aufseherinnen waren Charlotte Rose, Erika Löscher und Martha Müller

Arbeit im provisorischen Straßenbau, Gleise verlegen für Lorenbahnen;

Im Lager arbeitet Hella Kern in der Kolonne von Dachdeckerinnen, zuasmmen mit Gertrude Hirschhorn, später Schneider.

Todesmarsch von Sophienwalde nach Pommern

10.2.1945 Abmarsch von 394 Frauen aus Sophienwalde, Hella Kern auf demTodesmarsch u.a.mit  Freundin Fanny Dominitz, deren Cousine Rosa Affenkraut,; Herta Salomons, Irma Salomons und Minna Aron sowie Frieda Ruf,und Irmgard Ruf, aus Recklinghausen; Anna Böhmerwald aus Wien; Ruth Heilbronn aus Lingen, Selma Schönewald aus Anröchte

Zurück bleiben 86 marschunfähige und kranke Frauen, die zum Katholizismus konvertierten Schwestern Lucy und Edith Trampler bleiben freiwillig zur Betreuung im Lager zurück. Sie alle werden von der SS erschossen.

15.2.1945 Befreiung des Stutthof-Außenlager Baustelle Bruss=Sophienwalde (Bruzy Dziemianie in Polen)

17.2.1945 nach sieben Tagen Marsch Ankunft von 347 Frauen Lager Gotentow, Godetowo zwischen Lauenburg und Chinow, einem aufgelassenen Militärlager

2/1945 Lager Gotentow bei Lauenburg

9.3.1945 Marsch von Gotentow mit ca 250 Frauen nach Bismarkdorf/ Chinow

10.3.1945 Befreit durch die Rote Armee im Lager Chinow bei Lauenburg

Die Russen bringen alle nach Lauenburg zurück, Freundin Fanny ist so vom Fleckfieber („Typhus“) geschwächt, dass sie in einem Kinderwagen geschoben werden muss.

Nach einiger Zeit der Genesung und Arbeit im örtlichen Hospital schlagen sich die drei Hella , Fanny und Rosel nach Berlin durch und von dort weiter über Cottbus und Riesa zur US Army nach Leipzig.

Nachkriegszeit

Weil Leipzig am 2. Juli 1945 gemäß Jalta-Abkommen der Siegermächte an die Sowjetische Militäradministration Deutschlands (SMAD) übergeben werden muss, lassen sich die drei als „Belgische Zwangsarbeiterinnen“ mit einem Konvoi nach Belgien bringen.

Alia beth auf der SS BIRIA

Im April 1946 macht sich Hella Kern auf in Richtung Marseille

22.6.1946 Abreise von Hella Kern aus Port de Sete, einem kleinen Hafen 200 km westlich von Marseille mit 1086 Ma’apilim auf dem von der Haganah gechartertem Schiff SS BIRIA, zuvor SS AKBEL

2.7.1946 Ankunft der SS BIRIA in Haifa; Zieladresse Josef Habermann in Netanja

Die Ma‘apilim werden nach Zypern verbracht und dort in britischen Detentioncamps interniert

14.5.1948 Proklamation der Staatsgründung Israels durch David Ben Gurion

Gedenken

11/1957 Pages of Testimony für die Eltern  und den Großvater Mordechai von Hella Kern-Israeli

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en897632

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en897652

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en897617

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en492088

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129825092

https://collections-server.arolsen-archives.org/G/SIMS/01010503/0950/52639741/001.jpg

Christin Sandow (Hrsg.), Käthe Fries, Schießen Sie mich nieder, Lukas Verlag 2017

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008, Seite 127

Gertrude Schneider, Exile and Destruction, The Fate of the Austrian Jews 1938-1945; Praeger 1995

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Anita Kugler, Scherwitz – Der Jüdische SS-Offizier, 2017

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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4 Kommentare

  1. Gutten tag, ich spriche wenig Deutsch. Ich vohne in New York.

    My Oma was Dora Kern, geb Leipzig 15 March 1902. Father Nathan Kern geb Bohorodczany April 15 1875. Frau Sheindel geb Sessler in Wisnicz father Anschel Sessler.
    A lot of information. I am on WhatsApp +19175967033 Danke

    marz 1902

    1. Guten Morgen
      Steven Fabrikant,
      ich habe die Daten in die Biografie übernommen.
      Frage: War Nathan Kern *1875 ein Bruder des Markus Mordechai Kern; ✡1911

      1. Gutten morgen, that is a good question. Nathan was born in Bohorodczany in 1874. His parents were Mendel and Hani(popular name)Dreiser. I know nothing about the Dreiser family. I know more about his wife Jenny Sheindel nee Sessler in Wisnicz in 1874. I have to believe that at the time, every family was big. So perhaps Nathan and Menachem were brothers? Anschel and Fanny moved to Leipzig and died there in 1922 and 1931. I visited their grave in June.

        I am enclosing documents about the family in Leipzig. My mother Hella Engel had 2 brothers. Her mother Dora was the oldest of 8. https://www.dropbox.com/scl/fi/uk9imdgx5wchdfl66s84o/Leipzig.-Krenn.-2019.Head-Letter.pdf?rlkey=230lz8n8vdyp7vg9wyat58tnw&st=ju5iowvd&dl=0

  2. Mother Hella Engel born Leipzig March 22 1928. Mother Dora Kern born Leipzig March 15 1902. Father Nathan kern born Bohorodczany. Danke

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