Ruth Helga Landshut
*28.7.1920 in Allenstein; ✡ angeblich 1944 in Wien (?)
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch

Vater Leo Joseph Landshut *31.8.1886 in Neumark Masuren; ✡ Juli 1968 in San Diego
Heirat der Eltern 1915
Mutter Sara Sacha Herrmann *14.5.1886 in Orneta, Masuren; ✡13.2.1969 in Haifa
Onkel Dr. Shlomo Siegfried Landshut *6.11.1895 in Neumark; ✡28.12.1974 in Haifa
Geschwister

Martin Samuel Landshut später Stevens *23.3.1916 in Allenstein; ✡18.5.1983 Laguna Beach, CA
Heinz Hermann Landshut später Stevens *12.10.1917 in Allenstein; ✡9.3.2003 Fremont, CA; oo Golda Tut
Beruf –
Adressen Allenstein; Paderborn; Friedersdorf; Erfurt; (Wien?)
Heirat
Kinder
Weiterer Lebensweg

30.8.1937 Ankunft von Bruder Heinz und Frau Golda in Haifa
9.9.1938 Ankunft von Bruder Martin in Haifa
Lehrgut Ellguth
Ruth Landshut zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
23.6.1939 Vertrag zwischen der RVJD und der Stadt Paderborn zur Errichtung des Umschulungs- und Einsatzlagers Paderborn, Grüner Weg 86;
8.6.1940 aus Ellguth,Klein Schnellendorf kommend angemeldet im Lager Paderborn
17.9.1940 abgemeldet aus Paderborn, zusammen mit Abraham Katz ins Hachscharalager Gut Skaby bei Friedersdorf
Ab 1941 keine weiteren Daten von Ruth Landshut; sie soll noch in Erfurt und Wien gewesen sein
Lebendaten ihrer Familie
29.5.1942 bei Heinz Landshut Einbürgerung in Palästina unterzeichnet Onkel Dr. Shlomo Siegfried Landshut als Bürge
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

16.-27.6.1947 Bruder Heinz mit seiner zweiten Frau Ines Tartari von Rom über Genua auf der SS SOBIESKI nach New York, Ziel Vater Leo Landshut in Springfield Illinois
Gedenken
2.6.1956 Page of Testimony von Cousine Helga Sörensohn
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7401); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7
Ernest W. Michel, „Promises Kept – Ein Lebensweg gegen alle Wahrscheinlichkeiten“, 2013
Kurt Salinger, Nächstes Jahr im Kibbutz, Paderborn 1998