Katz Martin

Martin Katz

*15.9.1917 in Münzenberg; ✡ 27.2.2008 in Sosua

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Emil Katz *25.5.1878 in Münzenberg; ✡25.8.1969 in Sosua, Puerto Plata

Mutter Berta Meier &.9.1882 in Ober-Mockstadt; ✡ 30.12.1959 in Sosua

Geschwister

Herbert Katz *25.7.1910 in Münzenberg; ✡ Juli 1978 Seattle

Irene Katz *1.2.1912 in Münzenberg; Auschwitz; oo Moshe Moritz David Artmann (1911-21.4.1944 in Auschwitz

Beruf Landarbeiter

Adressen Münzenberg, Eichergasse 5; Gut Winkel, Spreenhagen;

Rosita Reyes mit Benny

Heirat Rosa Rosita Reyes *14.5.1928; ✡ 24.12.2002

Kinder

Renee Katz

Benny Katz

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.11.1938 in der Pogromnacht werden das Kolonialwarengeschäft der Familie Katz und das Geschäft Stern geplündert

Hachschara und Alija der Artmanns aus Duisburg

8.4.1935 Ankunft von Erich Artmann und Frau Miriam in Haifa

1936 Oscar Artmann zur Hachschara im Beth Chaluz in Breslau

2.7.1936 Oscar Artmann zur Hachschara nach Dänemark

26.7.1937 Ankunft von Oscar Artmann mit Arbeiter-Zertifikat Kategorie C/LS aus Dänemark über Chiasso, Triest in Haifa

Cousin Hermann zur Hachschara ins Landwerk Havelberg

Gut Winkel

15.10.1935 Martin Katz zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.9.1936 Martin Katz auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Martin Katz mit den Eltern in Münzenberg, Eichergasse 5

2.9.1939 Abmeldung der Familie aus Münzenberg

1940 Martin Katz über Genua in die Dominikanische Republik

Sosua Settlement In Puerto Plata, Santo Domingo

Juli 1938 Flüchtlingskonferenz mit Vertretern von 32 Staaten von Evian am Genfer See

Nur eine einzige Zusage durch die Dominikanische Republik 10 000 Juden aufzunehmen, die später auf 100 000 erhöht wurde; und das unter dem brutalen Diktator und Hitler-Bewunderer General Rafael Trujillo Molina.

Die „Dominican Republic Settlement Association“ (Dorsa) erwarb 1939 eine brachliegende ehemalige Bananenplantage in Sosúa ab. 650-800 jüdische Siedler kamen in der ersten Welle von 1940 bis 1942 in den ersten karibischen Kibbuz

Die Berliner Zeitung vom 13.5.2000 berichtet über Martin Katz:

„So begab er sich auf ein Gut bei Spreenhagen in der Nähe von Berlin, wo ausreisewillige Juden im Rahmen der zionistischen Auswandererorganisation Hachscharah eine landwirtschaftliche Ausbildung erhielten. Sein Ziel war Palästina. Doch daraus wurde nichts, und nach Ausbruch des Krieges wurde es immer schwieriger, das Land zu verlassen. Dass ihm Martin Gerson, der für die Hachscharah in Deutschland zuständig war, einen Platz in der Gruppe anbot, die sich in der Dominikanischen Republik ansiedeln sollte, hat ihm wohl das Leben gerettet. Im März 1940 kehrte Martin Katz aus dem Brandenburgischen noch einmal nach Münzenberg zurück, das er dann am 19. April für immer verließ. Ganz regulär. Die polizeiliche Abmeldung hat er bis heute aufbewahrt. Mit dem Zug fuhr er über den Brenner nach Italien und von dort mit dem Schiff nach Ciudad Trujillo, wo er am 9. Mai 1940 an Land ging. Martin Katz gehörte zur ersten und zugleich letzten Gruppe, die direkt aus Deutschland in die Dominikanische Republik übersiedelte.“

1940 wurde in den Hachscharalagern für die Emigration nach Sosua geworben, so fuhren auch Marianne Schüler und Herbert Rosenfeld aus dem Lager Paderborn auf der SS CONTE BIANCO MANO von Genua nach Santo Domingo; die Ausreisewilligen waren im April 1940 im Lager Kersdorf, Briesen zur Vorbereitung der Auswanderung nach Santo Domingo gesammelt worden;

19.10.1941 Abmeldung der Eltern g zur Ausreise in die Dominikanische Republik

Einsatzlager Bielefeld und Auschwitz

23.10.1940 Ehepaar Artmann ins Umschulungslager Bielefeld

18.8.1942 Moritz Artmann zur Zwangsarbeit ins Einsatzlager Bielefeld, Schloßhofstraße 73 a

28.11.1942 erneut angemeldet in Bielefeld, Schloßhofstraße

Ende Februar/März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert, um den Arbeitskräftebedarf im Nebenlager Buna zu decken.

2.3.1943 Schwester Irene und Moritz Artmann von Bielefeld nah Auschwitz

Nachkriegszeit

Die Eltern in Sosua

Gedenken

1952 Pages of Testimony für Moshe David und Irene Artmann von Otto Artmann, von Oscar Artmann und für ihre Familie aus Bochum von Miriam Lustmann-Artmann

Grabstein des Vaters in Sosua

Quellen

https://www.spiegel.de/geschichte/exil-in-der-karibik-a-948627.html

Hans-Ulrich Dillmann, Susanne Heim: „Fluchtpunkt Karibik – Jüdische Emigration in der Dominikanischen Republik“. Christoph Links Verlag, Berlin 2009, 188 Seiten

Hans-Ulrich Dillmann, Davidstern fürs Rathaus, Jüdische Allgemeine, 2006

Bertha and Emil Katz (Oma and Opa)

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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