Rounder Helene

Helene Rounder

*15.2.1922 in Paris; ✡ 14.4.1972 in Marseille

Staatsangehörigkeit französisch

Religion jüdisch

Vater Nettan Marc Max Rounder *6.6.1890 in Ostrow; ✡1942 in Auschwitz

Heirat der Eltern 25.9.1933 in Royan

Mutter Leja Louise Ber *5.1.1892 in Siemiatycze; ✡ 28.3.1942 in Paris (Krebs)

Geschwister

Marie Rounder *14.8.1916 in Paris; ✡5.10.2006 in St-Benoit la Foret

Beruf Kunststudentin

Adressen

Heirat 1955 mit Lucien Diatkine in Marseille

Kinder keine

Weiterer Lebensweg

Mit 15 Jahren schreibt sie Beiträge für die Kinderseite der Humanite, Tageszeitung der KPF

Als Studentin wird sie Mitglied der Kommunistischen Studentenvereinigung

11.11.1940 Teilnehmer an der Protestmanifestation am Arc de Triomphe

27.11.1940 Verhaftung durch die BS1 mit 19 anderen Studenten wegen kommunistischer Propaganda

29.11.1940 – 2.3.1941 in Untersuchungshaft

2.3.1941 verurteilt zu drei Monaten Gefängnis; Entlassung

28.3.1942 Tod der Mutter Louise in Paris an Krebs

16./17.7.1942 Verhaftung des Vaters in der Großrazzia Rafle du Vélodrome d’Hiver

26.6.1942 Großrazzia des BS1 gegen etwa 60 Kommunisten; in Haft im Fresnes-Gefängnis

26.6.-3.8.1942 im Pariser Polizeigefängnis

3.8.-1.9.1942 im Fort Romainville

1.9.1942 nach Bekanntwerden ihrer jüdischen Identität verlegt ins Lager Drancy

1.9.1942 – 18.7.1943 Lehrerin in der Lager-Schule, später Kartenschreiberin in der Verwaltung

18.-20.7.1943 auf Transport Nr. 57 von Drancy Gare Bourget nach Auschwitz zusammen mit Fanny Ruback und Alma Rose

An der Rampe in Auschwitz wird sie zur Zwangsarbeit selektiert und bekommt die Auschwitz-Häftlingsnummer 50290 in den linken Unterarm tätowiert.

Das Mädchenorchester in Auschwitz

Maria Mandl, beauftragt Zofia Czajkowska weitere Mitglieder zu suchen, ihr gelingt es aber nur, fünf Musikerinnen zu rekrutieren.

Ab April 1943 dürfen auch jüdische Musikerinnen aufgenommen werden.

Esther Loewy/Bejarano berichtet über die Aufstellung des Mädchenorchester von Auschwitz im April 1943

„Als dann die Dirigentin, Zofia Czajkowska eines Tages bei den Blockältesten nach Musikerinnen suchte, wurden meine Freundinnen Hilde Grynbaum, Sylvia Wagenberg und ich vorgeschlagen… Auch meine Freundinnen wurden akzeptiert, Hilde als Geigerin, Sylvia als Flötistin, und so zogen wir drei in die Baracke, in der die Musiker schliefen, die sogenannte Funktionsbaracke.“

Anfang Mai Ruth Basinski und Charlotte Grunow folgen als weitere Musikerinnen aus dem 37. Osttransport

Juni 1943 offizieller Arbeitsbeginn des Orchesters.

August 1943 Alma Rose übernimmt die Leitung des Mädchenorchesters, Zofia Czajkowska wird Blockälteste in der „Funktionsbaracke“

September 1943 Helene Rounder wird von Alma Rose als 3. Violinisten und Notenschreiberin ins Orchester aufgenommen.

4. 4.1944 Tod von Alma Rose (*3.11.1906 in Wien, ✡4.4.1944 in Auschwitz aus ungeklärter Ursache)

April 1944 Sonia Winogradowa wird neue Leiterin und verlangt den Ausschluss der jüdischen Musikerinnen

„Als 1944 Tausende von ungarischen Juden in das Lager gebracht wurden und aufgereiht standen, um in die Gaskammern geführt zu werden, mussten wir auch diesen Unglücklichen etwas vorspielen.“

August 1944 sie steht auf einer Kranken-Revier-Liste „Laboruntersuchungen des SS-Hygiene-Instituts Auschwitz, betreffend Urin-, Blut-, Stuhl- und Sputumproben sowie Rachenabstriche von Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz“

zusammen mit den Musikerinnen: Helene Dunicz, Jadwiga Zatorska, Fanny Kornblum, Lilly Mate, Kazimiera Malistowa (Malys), Maria Mosa, Regina Kuperberg, Eva Benedek, Fanny Rubak,  Charlotte Grunow, Olga Losowa,  Lola Croner, Helene Rounder, Bronia Labusa, Sonia Winogradowa, Maria Galewa, Violette Silberstein

30.10.-1.11.1944 Verlegung von etwa 30 Mitgliedern des Mädchenorchesters aus dem KL Auschwitz nach Bergen-Belsen

15.4.1945 Befreiung durch die Royal Army in Bergen Belsen

4.6.1945 Rückkehr nach Paris mit dem Flugzeug zusammen mit Fanny Ruback und Claire Monis aus dem Orchester

14.6.1945 Liste deutscher Jüdinnen in Bergen Belsen mit Mitgliedern des Mädchenorchesters:

Ruth Basinski,  Hilde Grynbaum, Charlotte Grunow, Elga Schiessel; Renate und Anita Lasker, Sylvia Wagenberg, Carla Wagenberg;

Weitere Jüdinnen auf dieser Liste

Hannelore Grünberger, Lotte Joseph, Sara Landsberg, Hildegard Mayer, Margot Rosenblatt

ebenfalls in Bergen Belsen aus dem Mädchenorchester

Helen Dunicz, Flora Jacobs, Fanny Kornblum, Regina Kuperberg, Elsa Miller, Helene Rounder, Rachela Selmanowitz

1955 Heirat in Marseille mit Lucien Diatkine

Regelmäßige Besuche in Restaurants und Bistros an der Cote d‘ Azur, wo Violette Silberstein ihre Auftritte hat

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/81967955

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/555610

http://thegirlsintheauschwitz.band/

https://fr.wikipedia.org/wiki/H%C3%A9l%C3%A8ne_Rounder

https://fr.wikipedia.org/wiki/Violette_Jacquet-Silberstein

https://fr.wikipedia.org/wiki/Claire_Monis

https://yvng.yadvashem.org/ad

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

Lore Shelley (Editor), The Union Kommando in Auschwitz, Lanham, New York, London, 1996

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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