Simons Erich

Erich Simons/Simmons

*18.7.1919 in Viersen; ✡ in Riga

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Albert Simons *14.8.1892 in Viersen; ✡ 15.5.1942 in Kulmhof

Heirat der Eltern 31.10.1918 in Mannheim

Mutter Emma Gärtner *27.10.1885 in Simmern; ✡ in Lodz/Kulmhof

Geschwister

Ruth Simons *20.7.1920 in Mannheim ; ✡ 15.5.1942 in Kulmhof

Henriette Simons *5.11.1921 in Schwanenberg; ✡ 15.5.1942 in Kulmhof

Lieselotte Simons *26.4.1923 in Schwanenberg; ✡ 15.5.1942 in Kulmhof

Beruf

Adressen ; Ellguth, Steinau

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

22.11.1914 Vater Albert als Musketier der 11. Kompagnie, II: Bataillon des Infanterie-Regiment Nr. 68, Coblenz „leicht verwundet“ gemeldet

Novemberpogrom in Viersen

10.11.1938 Vater Albert verhaftet in Viersen

17.11.1938 Einweisung des Vaters in das KL Dachau

5.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Dachau

Lehrgut Ellguth

1939 Erich Simons zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938   die über 16 jährigen Männer – mehr als 25 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450;

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939  Erich Simons mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Schließung des Lehrgutes Juni 1941

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf,Ellguth, Havelberg, Jessen; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf und Paderborn; Werner und Bianca Baum, Thekla Felsenstein, Heinz Nathan, Harry und Rosa Oppenheimer, Lieselotte Witkowski gehen nach Paderborn

Düsseldorf – Ghetto Lodz

Liste betreffend die zur Deportation vorgesehenen Jüdinnen und Juden aus Viersen, 22.-23.10.1941

27.10.1941 Deportation der Eltern und Geschwister ab Düsseldorf in Ghetto Lodz

14.5.1942 Deportation des Eltern und Geschwister in das Vernichtungslager Kulmhof

Düsseldorf – Riga

November 1941 Deportationsbefehl der Gestapo

Sammellager Viehhallen Schlachthof Düsseldorf

11.12.1941 Erich Simons deportiert mit 1007 Juden aus Düsseldorf nach Riga

13.12.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga;

22.12.1941 500 junge Männer aus den ersten Transporten Köln, Kassel, Düsseldorf, Bielefeld, Hannover  vom Ghetto zum Aufbau nach Salaspils

1942 Tod von Erich Simons vermutlich im Lager Salaspils

Nachkriegszeit

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11199069

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de962501

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de962435

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198869

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198816

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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