Siegfried Schlomo Werner Katz
*28.11.1913 in Hannover; ✡
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Julius Isaak Katz *9.10.1887 in Hannover; ✡ Ghetto Riga
Mutter Ida Frankenberg *2.4.1884 in Themar; ✡ Ghetto Riga
Geschwister

Hilda Katz *9.7.1915 in Hannover; ✡ 1995
Adressen Hannover, Limmerstraße 2b; Regensburg, Weißenburgstraße 31
Beruf Landwirtschaftlicher Arbeiter
Heirat Gertrud Sigall *8.8.1919 in Wien
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Beth Chaluz Regensburg
11.10.1937 Siegfried Katz ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara
Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.
Zu der Hechaluz-Gruppe gehörten auch Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der Spiegelgasse 4 wohnte.
Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.
10.11.1938 verhaftet mit etwa 70 jüdischen Männern, sie wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.
10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch“ durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.
10.11.1938 Siegfried Katz gehörte mit Rechtsanwalt Karl Michel, Rabbi Falk Salomon, Jacob Farntrog zur ersten Gruppe der nach Dachau verbrachten Männer
11.11.1938 wurden vier weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.
12.11.1938 fünf Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht
Aus dem Beth Chaluz Regensburg ins KL Dachau (nach Häftlingsnummer)
Karl Michel (20131), Willy Meier (20133), Siegfried Katz (20137) Heinz Kurt Marcks (20143), Hans Kroner(20145), Heinrich Kästler (20166), Falk Salomon (20195), Berthold Berkowicz (22594), Bernhard Rosenberg (22595), Waldemar Horn ( 22596), Hans Wertheim (22597), Siegfried Berkowicz (23182), Isaak Sapierstein (23183), Rudolf Kästler (23184), Erich Schlorch (23186), Alfred Weiss (23187); ebenfalls zur Gruppe gehörte Fritz Strauß (22604)

23.12.1938 Entlassung von Siegfried Katz mit den anderen Chawerim aus dem KL Dachau
Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.
12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:
„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Ehepaar Oberdorfer und Herr Springer auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“
Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff, der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1
Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim
Frühjahr 1939 Siegfried Katz mit Siegfried Berkowicz nach Schweden

20.11.1940 Siegfried Katz in Högseröd, Malmö, Schweden
10.11.1941 Umzug nach Borslöv
Deutsche Volkszählung -Minderheitenzählung
17.5.1939 beide Eltern in Hannover Limmerstraße 2b
17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski, die am 12.8.1939 auf der SS DORA am Strand von Shefayim nahe Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht werden
Die Deportation nach Riga
3./4.9.1941 „Aktion Lauterbacher“ in Hannover, Zwangsumzug der Eltern ins Juden-Ghettohaus Ohestraße 8/9
November 1941 Deportationsbescheid der Gestapo

15.12.1941 morgens Verbringung der Eltern per Lastwagen aus demn Judenghettohaus Ohestraße 8 über die seit Anfang November 1941 von der Gestapo zur Sammelstelle umfirmierte Israelitische Gartenbauschule zum Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden
Bahnfahrt in Personenwagen mit angehängten Gepäckwagen der Deutschen Reichsbahn in das Ghetto Riga vom Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden nach Riga Skirotawa zusammen mit 999 anderen Hannoveraner Juden
18.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga
Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer
3. 11.1943 Große Selektion bei finaler Auflösung des Ghetto Riga;
Nachkriegszeit

Oktober 1945 Gertrude Sigall auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, „Alte Chaluzim“
Heirat mit Gertrude Sigall
Alija

15.11.1949 Ankunft von Siegfried und Gertrud Katz in Israel auf der SS NEGBA von Marseille
Gedenken
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/70198036
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410
https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf
Siegfried Wittmer, Geschichte der Regensburger Juden von 1903 bis 1935
Siegfried Wittmer, Geschichte der Regensburger Juden von 1936 bis 1938
https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/3-1-1-3_1211000?s=1211000
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78777793
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7456410
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/10675211
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70198031
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70372024
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten