Herbert Pick
1.12.1914 in Posen; ✡ 1943 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Verwechslung mit Herbert Pick *10.4.1912 in Berlin (Eltern Paul Pick und Anna Cale)
Vater Adolf Pick *26.4.1878 in Obornik; ✡ 1943 in Auschwitz
Heirat der Eltern 1910
Mutter Karoline Jedwab *28.3.1880 in Wilhelmsbrück, Kempen, Posen; ; ✡ 1943 in Auschwitz
Geschwister
Salomon Pick *8.3.1911 in Posen; ✡ 1943 in Auschwitz
Sidonie Pick *23.8.1912 in Posen; ✡ 1943 in Auschwitz; oo 1939 Ludwig Friedenstein
Beruf
Adressen Posen; Ellguth, Steinau; Berlin
Heirat Gerda Wilzig *7.4.1915 in Krojanke; ✡1943 Auschwitz
Erwin Wilzig *7.10.1927 in Krojanke, Flatow, Pommern; ✡6.6.2007 Tamarac, Florida
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Lehrgut Ellguth
Herbert Pick zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
Polenaktion
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.
Benno Teichmann berichtet:
„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“
Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.
Novemberpogrom
10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen
10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;
12.11.1938 die über 16 jährigen Männer – mehr als 25 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.
In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450;
10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald
Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld
Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Herbert Pick mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf
17.5.1939 Gerda Wilzig mit Mutter Emma und Bruder Alfred in Berlin Mitte

Einweisung in das Sammellager Auguststraße 17

12.1.1943 Herbert und Gerda Pick mit 1190 Juden davon allein 77 aus dem Sammellager Auguststraße 17 auf dem 26. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Nachkriegszeit –
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1132777
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1132986
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212106
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT26-53.jpg
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten
Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110