
Eva Erna Johanna Loewy
*17.10.1924 in Berlin; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Erich Loewy *15.5.1894 in Kattowitz; ✡ Januar 1943 Auschwitz
Mutter Käthe Igel *11.7.1896 in Kattowitz; ✡ März 1943 Auschwitz

Geschwister

Hildegard Loewy *4.8.1922 in Berlin; Enthauptung 4.3.1943 Berlin
Beruf Landarbeiterin
Adressen Berlin, Luitpoldstraße 40; Gut Winkel, Spreenhagen;
Schwestern/Cousins des Mannes
Sabine Smuk *14.4.1917 in Essen; oo1942 Rolf Simon; Amsterdam; ✡19.11.1943 in Auschwitz
Mirjam Smuk *26.9.1930 in Essen; Auschwitz-Überlebende
Max Tepper *1.8.1926 in Gelsenkirchen; Riga Überlebender; ✡ 11.5.2004 in Florida, USA
Max „Mecki“ Tepper *27.12.1926 in Duisburg; ✡17.5.1995 in Sarasota, Florida,USA
Fanny Tepper *30.4.1922 in Recklinghausen; ✡nach dem 9.8.1944 in KL Stutthof
Ruth Tepper *4.1.1924 in Recklinghausen; ✡25.11.1940 Untergang der PATRIA in Haifa

Heirat 25.12.1944 in Karkur mit Mendel Smuk/Menachem Opher *8.4.1921 in Essen
Kinder
Irit Smuk *6.11.1945 in Petah Tikwa
Weiterer Lebensweg
21.2.1938 Einreise von Mendel Smuk in Haifa mit Studentenzertifikat der Jugendalija
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Eva Loewy mit den Eltern und Schwester Hildegard in Berlin, Luitpoldstraße 40
Gut Winkel
Sommer 1939 Eva Johanna Loewy zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

September 1939 Eva Johanna Loewy auf der Belegschaftsliste des Landrates für Gut Winkel;
Kindertransport Dänemark
7.11.1939 Passausstellung für Eva Johanna Loewy in Beeskow
1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Eva Johanna Loewy in Søndre Boulevard (Odense Amts og Bys Sygehus), Odensebeim dänischen Zensus
Fünf Alijatransporte ab Stockholm über die Sowjetunion nach Haifa
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
3.9.1939 Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg
Durch den Kriegseintritt von England und Frankreich konnte die ursprüngliche Planung der Jugendalija, die nach Dänemark und Schweden geretteten Chawerim auf dem Seewege nach Palästina zu bringen wegen der hohen Gefährdung durch den Seekrieg nicht mehr umgesetzt werden. Als alternative Alija sollte der wesentlich aufwändigere und kostenträchtigere Weg über die Sowjetunion etabliert werden.
22.12.1939 eine erste Gruppe von sieben jungen Frauen erreicht über Russland und die Türkei Haifa.
November 1940 zweite Gruppe von 44 Chaluzim und fünf Begleitern aus Kopenhagen nach Stockholm. 24. Dezember 1940 Ankunft in Haifa
14.3. und 19.4. 1941 abgemeldet aus Hälsinggården 14 bzw. 27 Jugendliche zur Alija nach Palästina;
März 1945 dritte Gruppe mit 45 Chaluzim ab Stockholm nach Haifa, Leiter Gustav und Else Bukofzer sowie Fanny und Hans Lipper
7. 5.1941 Ankunft der etwa 20-köpfigen vierten Alijah Gruppe mit Helmut Merkel als Leiter über Russland in Haifa
27.5.1941 Ankunft der fünften Gruppe von 14 Chaluzim der Jugendalija in Haifa
22.6.1941 durch den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion ist auch dieser Ausweg versperrt. Bis Kriegsende im Mai 1945 sitzen die Chaluzim in Dänemark und Schweden fest.
Dezember 1940
November 1940 Aus Kopenhagen begibt sich eine Alijah Gruppe von 44 Chaluzim unter Leitung von Erich Lewin, Ruth Ellenberg, Fritz Cohn und Erna Cohn-Bergmann sowie Martin Klunower nach Stockholm. Sie sind ausgestattet mit Studentenzertifikaten der Jugendalija Kategorie B(III).
10.12.1940 Abreise aus Stockholm über Finnland,
12.12.1940 Grenzstation Vainikkala, russischer Einreisestempel H У P M И (Nurma ist eine Bahnstation an der finnisch-russischen Grenze)
Nurmi anstelle Wyborg?)
Weiter Stationen der Reise in der USSR sind Leningrad, Moskau und Odessa,
Mit dem Schiff über das Schwarzmeer von Odessa nach Varna, Bulgarien, dann Istanbul; von dort mit der Bagdadbahn durch Anatolien
21.12.1940 Grenzübertritt türkisch-syrische Grenzort Islahye und Meydan-Ekbaz

24.12.1940 Beirut, Libanon; libanesischer Grenzort Ras en Nakoura,
24.12.1940 Ankunft mit dem Autobus in Haifa mit Studentenzertifikat der Jugendalija Kategorie B(III)

Eva Loewy Nr. 40 auf der Liste der mit der Jugend-Aliyah am 24.12.1940 aus Dänemark, auf dem Landweg über Schweden Finnland, USSR, Türkei, Syrien und Libanon nach Palästina eingereisten 44 Chawerim, davon 15 ursprünglich aus Gut Winkel.
25.12.1944 Heirat in Karkur mit Mendel Smuk (*8.4.1921 in Essen)
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Eva Loewy mit den Eltern und Schwester Hildegard in Berlin, Luitpoldstraße 40
Hildegard Loewy im Widerstand
Mitglied im Hashomer Hatzair; wegen des durch Unfall verlorenen rechten Armes wird ihr nach dem Abitur 1940 das für die Alija erforderliche ärztliche Gesundheitszeugnis verweigert.

1941 schließt sie sich dem illegalen Widerstand an, obwohl Pazifistin, gehört sie zum Umfeld der kommunistisch geprägten Herbert Baum Gruppe.
Sie lebte zusammen mit Georg Israel (1921–1944) in Berlin, Königsdamm 7

17.5.1942 Brandanschlag der Gruppe Baum auf die Nazi-Ausstellung „Das Sowjetparadies“
15.7.1942 Verhaftung von Hildegard Loewy, Lothar Salinger, Heinz Rothholz und vieler Mitglieder der Gruppe Baum durch die Gestapo; Inhaftierung im Untersuchungsgefängnis Moabit, Lehrter Straße

10.12.1942 Zweites Strafverfahren gegen Mitglieder der Gruppe Baum: Lothar Salinger, Heinz Rothholz, Werner Birnbaum, Hella Hirsch, Alice Hirsch, Edith Fraenkel, Hanni Meyer, Marianne Joachim, Helmuth Neumann, Hildegard Loewy, Siegbert Rotholz, Sara Rotholz; 9 der 12 Angeklagten werden vom dem 2. Senat des Volksgerichtshof Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt.

4.3.1943 Hildegard Loewy hingerichtet durch Enthauptung mit dem Fallbeil mit acht aus der Gruppe Baum, u.a. Lothar Salinger und Heinz Rothholz (Chawer aus Paderborn; nach Todesurteil durch das Berliner Kammergericht und Volksgerichtshof erfolgten die Hinrichtungen in der Strafanstalt Plötzensee; verantwortlicher Scharfrichter war von 1942 bis 1945 Wilhelm Röttger.


4.3.1943 „Bekanntmachung über die Vollstreckung der Todessurteile an Heinz Rotholz und seinen Gefährten“ auf grellroten, öffentlich ausgehängten Plakaten.
Mindestens 33 junge Widerstandskämpfer wurden in Plötzensee hingerichtet, darunter Marianne Baum, Heinz Birnbaum, Adolf Bittner, Herbert Budzislawski, Joachim Franke, Felix Heymann, Hardel Heymann, Hella Hirsch, Hildegard „Hilde“ Jadamowitz, Arthur Illgen, Heinz Joachim, Marianne Joachim, Martin Kochmann, Sala Kochmann, Karl Kunger, Hildegard Löwy, Hans-Georg Mannaberg, Gerhard Meyer, Hanni Meyer, Helmut Neumann, Heinz Rotholz, Siegbert Rotholz, Lothar Salinger, Werner Schaumann, Werner Steinbrinck, Hans-Georg Vötter, Irene Walther und Suzanne Wesse.
Illegalität- Auschwitz
Vater Erich soll in die Illegalität gegangen sein, aber später gefasst.
12.1.1943 Vater Erich mit anderen Bewohnern der Eisenacherstraße 5 (Amtsgerichtsgefängnis?) auf der 26. Osttransport-Liste von Berlin nach Auschwitz


6.3.1943 Mutter Käthe auf dem 35. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Nachkriegszeit
10.6.1945 Einbürgerung von Eva und Mendel Smuk in Palästina
Namensänderung von Smuk in Opher
Rückkehr nach Deutschland, nach Düsseldorf zur Schwägerin Miriam Weitzner-Smuk
Gedenken

1.5.2008 Page of Testimony für ihre Schwester Hildegard Loewy von Eva Opher, Düsseldorf

Die Gestapo nahm die Mitglieder der Gruppe fest. Hildegard wurde am 4. März 1943 im Berliner Gefängnis Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet. Ihre Eltern mussten für die Hinrichtung 300 Mark bezahlen


18.11.2022 Stolpersteine für Hildegard Loewy und Familie in Berlin; Foto OTFW, Berlin
Gedenkstein für die Gruppe Baum am Lustgarten

Gedenktafel für die durch Hinrichtung Ermordeten der Herbert-Baum-Gruppe, Jüdischer Friedhof Weißensee. Die zentrale Straße des Friedhofs heißt seit 1951 Herbert-Baum-Straße.

Gedenktafel auf dem Jüdischen Friedhof Schönhauser Allee, Berlin für Schwägerin Sabine Smuk

27.1.2020 Schwägerin Mirjam Smuk liest die letzten 150 Namen bei der Lesung 102 000 Namen in Westerbork
Quellen
http://ahnenblog.globonauten.de/eine-wunderbare-reise/
https://www.igdj-hh.de/upload/Clemens%20MW%20Zuflucht.pdf
http://www.gdw-berlin.de/fileadmin/bilder/publ/beitraege/B19.pdf
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12111283
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12665414
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/86356153
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212101
https://taz.de/Sie-waren-jung-juedisch-und-links/!474371
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316