Jonas Gerhard

Gerhard Gershon Max Jonas

*16.4.1921 in Berlin; ✡ 10.5.2012 in Bnei Dror, HaSharon

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Erich Jonas *23.8.1883 in Sagan; ✡ 25.11.1938 in Berlin

Mutter Annie Gertrud Löwenthal *10.6.1897 Schwerin; ✡ 30.3.1969 in Minneapolis

1929 Scheidung von Erich Jonas 1929

30.1.1940 zweite Ehe von Anne Jonas Löwenthal mit Walter Klestadt (*29.9.1882 in Gelsenkirchen, 15.7.1961 Minneapolis)

Onkel Ludwig Jonas *24.11.1875 in Sagan; ✡19.5.1944 in Auschwitz

Geschwister

Peter Lutz Jonas *19.6.1925 in Berlin; ✡1.6.2016 in Plymouth, Minneapolis

Beruf

Adressen Berlin; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat 17.6.1946 in Amsterdam Therese Tirza Möller *15.6.1920 in Hamburg; ✡ 23.7.2021 in Bnei Dror, HaSharon

Schwager Axel Möller *30.11.1924 in Hamburg; ✡27.8.1976 in Jerusalem

Schwiegereltern Wolf Alexander Möller (1882-1943) und Minna David (1896)

Kinder zwei Töchter

Jonas oo Ilan

Jonas oo Shalev

Weiterer Lebensweg

5.11.1938 Gerhard Jonas zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

Der Aufbau des

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

18.7.-23.8.1940 Schwager Alex Möller im Werkdorp

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Gerd Jonas mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Kamp Westerbork

10.12.1942 Therese Möller mit Schwester Lotte und den Eltern Wolf und Minna Möller aus Amsterdam eingewiesen ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

13.2.1943 Tod von Wolf Möller in Westerbork

Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

15./16.3.1944 Therese mit Schwester Lotte und Mutter Minna Möller mit Paraguay-Pässen auf dem fünften Transport von 210 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen

Der Verlorene Zug

10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt; Therese mit Schwester Lotte und Mutter Minna Möller auf dem Verlorenen Zug

23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz

Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

7/1945 sind viele der Tröbitz-Überlebenden im Rückkehrer-Sammellager Abtei St. Benediktusberg in Mamelis Vaals

Nachkriegszeit

22.3.1946 Therese Möller wieder in Amsterdam

17.6.1946 Heirat in Amsterdam mit Gerhard Gershon Jonas

7.9.1945 Emigration von Therese und Gerd Jonas nach Palästina

Gedenken

Quellen

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Therese%20M%C3%B6ller%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22M%C3%B6ller%201882%22%7D

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130342773

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130343479

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130343471

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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