Nussbaum Karl

Paul Karl Nussbaum/Joram Noam

*27.3.1920 in Berlin; ✡  in Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Sigmar Otto Nussbaum *29.5.1886 in Mühlhausen, Thüringen; ✡ Riga vor 1945

Mutter Sophie Mayer *26.11.1889 in Gross Steinheim, Offenbach; ✡ Riga vor 1945

Geschwister

Beruf

Adressen Berlin; Frankfurt; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Vater Sigmar war Dipl. Handelslehrer an der Handelshochschule Berlin

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung von Vater Sigmar

Einweisung in das KL Buchenwald, Häftlingsnummer 23186

25.11.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald

17.5.1939 beide Eltern in Berlin Charlottenburg, Leibnizstraße 36 II bei Minderheitenzählung

13.6.1938 Paul Karl Nussbaum zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Karl Nussbaum mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina.

Joram Nussbaum in einem Interview über Gerhard Raffer/Gideon Rafael:

„Thanks to Gideon Raphael […] He was the man to take us out of Holland. Several others tried before him, but he did it. […] He organized everything. […] Without him, we wouldn’t be alive, none of us, that’s for sure.“

29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Berlin – Riga

25.1.1942 beide Eltern auf dem Transport von 1044 Juden aus Berlin nach Riga

30.1.1942 Ankunft in Riga-Skirotawa

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1128757

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11250760

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127187502

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert