Rosenberg Heinz

Heinz Hanan Rosenberg

*29.6.1917 in Thorn; ✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Arthur Rosenberg *8.12.1878 in Schwetz; ✡ 9.3.1937 in Berlin

Mutter Gertrud Brenner *16.10.1879 in Schwetz; ✡ 12.12.1942 in Auschwitz

Großeltern Nathan Salomon Brenner (1831–1911); Johanna Bukofzer (1837–1924)

Tante Fanny Brenner *17.7.1878 in Schwetz; ✡13.1.1944 Theresienstadt

Weitere Onkel /Tanten Brenner

Hugo Brenner *14.5.1864 in Schwetz; oo Bertha Lewin; 1942 gemeinsamer Suizid

Carl Brenner *1870 in Schwetz; oo Paula(*1884)

Paul Brenner *13.1.1872 in Schwetz; 22.9.1942 in Treblinka

Geschwister

Alice Rosenberg *1.1.1911 in Schwetz; ✡ 12.12.1942 in Auschwitz

Ludwig „Lutz“ Rosenberg *25.1.1913 in Schwetz

Beruf Praktikant

Adressen Schwetz; Frankfurt/Oder; Berlin; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat 9.7.1949 in Givat mit Ester Fischer *1926

Kinder

Weiterer Lebensweg

Zwischen 1913 und 1917 Umzug der Familie Arthur Rosenberg von Schwetz nach Thorn

Ca 1919 Umzug der Familie Rosenberg nach Frankfurt/Oder, da Schwetz in Versailler Vertrag an Polen fiel

1920er Jahre Umzug der Familie Rosenberg von Frankfurt/Oder nach Berlin

1937 Tod des Vaters in Berlin

17.5.1939 Mutter Gertrud und Schwester Alice Rosenberg in Berlin, Große Hamburger Straße 29 bei der Minderheitenzählung

Werkdorp Nieuwe Sluis

13.2.1939 Heinz Rosenberg zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Heinz Rosenberg mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Waldgehöft Havelberg- Deventer – Versteck- Pyrenäenpassage – Alija auf der SS GUINEE

1938 Bruder Lutz zur Hachschara im Landwerk Havelberg; auf den Belegungslisten von 1937 und dem 30.6.1938 ist er noch nicht verzeichnet im Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

16.11.1936 Richard Horn eingestellt als Betriebsleiter in Havelberg; in dieser Funktion bleibt er bis September 1939.

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis

Dezember 1938 Viele aus der Haft Entlassenen gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld zusammen mit der aus Buchenwald entlassenen Gruppe aus Ellguth

1939 eine Gruppe der Havelberger geht nach Holland z.T. zur Einzelhachschara der „Deventer Vereniging“ oder ins Werkdorp Wieringen.

Bruder Lutz zur Einzelhachschara nach Rheden.

9.4.1943 nach einem Aufruf für das Kamp Westerbork geht Bruder Ludwig ins Versteck und kann mit einem gefälschten Passierschein zur Hechaluz-Zentrale im „Kleinen Beth Chaluz“ am Afrikanerplein in Amsterdam kommen.

April/Mai 1943 in Amsterdam

Juni 1943 mit gefälschten Wehrmachtspapieren als holländischer Fremdarbeiter nach Frankreich geschleust. Dort ist er bis Januar 1944 für die Organisation Todt beim Bau des „Atlantikwalls“ eingesetzt. Bahnfahrt nach Bordeaux, der Pyrenäenübergang verzögert sich; Arbeit beim Bau eines Lagers für die Deutschen

28.3.1944 Bahnfahrt nach Toulouse

Pyrenäenpassage mit 6 anderen: Mann, Benjamin, Kurt /Yona Mendel

1.4.1944 Festnahme in Spanien und Inhaftierung in Lerida

August 1944 Freilassung, nach Madrid

27. 10.1944 430 Passagiere davon 58 Hechaluz-Mitglieder gehen in Cadiz an Bord der SS GUINEE

4.11.1944 Ankunft der SS GUINEE in Haifa

14.11.1944 Entlassung aus dem britischen Internierungscamp Athlit

9.7.1949 Heirat von Heinz Rosenberg in Givat mit Ester Fischer *1926

Gemeinsamer Suizid

19.1.1942 Gemeinsamer Suizid des Onkels Dr. med. Hugo Brenner und Ehefrau Bertha mit Barbituraten („Schlaftabletten“) vor dem für den 19.1. anstehenden 3. Berliner Riga Transport; Tod im Jüdischen Krankenhaus in der Iranischen Straße in Berlin-Wedding.

Berlin – Theresienstadt

26.6.1942 Onkel Paul und Tante Fanny Brenner auf dem 11. Alterstransport von Berlin – nach Theresienstadt

19.9.1942 Onkel Paul auf dem Transport B o aus Theresienstadt nach Treblinka

13.1.1944 Tod von Tante Fanny Brenner in Theresienstadt

Berlin Auschwitz

9.12.1942 Mutter Gertrud und Schwester Alice Rosenberg auf dem 24. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Gedenken

Mai 2006 Stolpersteine für Mutter Gertrud und Schwester Alice Rosenberg in Berlin, Große Hamburger Straße 29

25.4.2014 Stolpersteine für Paul und Fanny Brenner in Berlin, Perleberger Straße 33

Pages of Testimony

Grabstein für

Quellen

https://www.infocenters.co.il/gfh/notebook_ext.asp?book=55631&lang=eng&site=gfh

http://www.stolpersteine-berlin.de/de/biografie/553

https://www.stolpersteine-berlin.de/de/perleberger-strasse/33/fanny-brenner

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12649797

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207617

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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