Niedermann Simon

Ernst Simon Niedermann /Shimon Navon

*8.9.1920 in Frankfurt; ✡ 13.7.1980 in Kiryat Motskin

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Ferdinand Niedermann *26.1.1879 inSindolsheim; ✡ 9.8.1939 in Amsterdam

Mutter Hedwig Strauss *11.6.1896 in Frankfurt; ✡ 7.5.1941 in Amsterdam

Geschwister

Isaak Kurt Niedermann *17.8.1922 in Frankfurt; ✡21.1.1945 in KL Blechhammer

Beruf Praktikant

Adressen -; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat Marianne Aviva Pauli *1.2.1922 in Dortmund; 13.9.2010 im Rambam Hospital

Kinder zwei

Uri Navon

Weiterer Lebensweg

Sommer 1933 Flucht der Familie Niedermann aus Frankfurt nach Amsterdam

19.11.1937 Bruder Isaak nach Assen zur Einzelhachschara der „Deventer Vereniging“ bei Bauern in Zeijerveld

Werkdorp Nieuwe Sluis

14.1.1937 Simon Niedermann aus Amsterdam zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

2.1.1938 formal bedingte Ummeldung von Simon Niedermann  wie aller Werkdorper von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer

Alija beth auf der SS DORA

Juli 1939 Simon Niedermann mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

20.2.1939 Einreise von Marianne Pauli mit Kapitalisten Zertifikat der Kategorie A(1)

2.6.1941 Einbürgerung von Marianne Niedermann

24.1.1941 Eintritt in die Palestinian Company der Royal Army

26.3.1944 Einlassung aus dem Militärdienst

13.5.1946 Einbürgerung von Simon und Marianne Niedermann in Palästina

Gedenken

Quellen

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Niedermann%22%7D

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de937119

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130347116

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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