Fischer Ernst

Ernst Jakob Fischer

*17.8.1918 in Frankenthal

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater Eugen Fischer *26.8.1880 in Neuhofen, Ludwigshafen; ✡ 9.10.1935 Suizid

Onkel Julius Fischer *24.6.1886 in Neuhofen; ✡30.8.1976 USA; oo Paula Levy (1894-1973)

Mutter Mina Kahn *24.10.1880 in Rohrbach

Nicht verwandt

Paula Fischer Thalmann *21.11.1876 in Frankenthal; ✡ 6.11.1944 in Theresienstadt

Geschwister

Kurt Anselm Fischer *24.9.1913 in Frankenthal; ✡ 2001 In Israel

Paul Theodor Fischer *12.4.1911 in Frankenthal; ✡? 1942 in Auschwitz

Beruf

Adressen Frankenthal; Hof Jägerslust bei Flensburg; Rheda Wiedenbrück; Niederlande

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

9.10.1935 Suizid von Eugen Fischer

16.-23.12.1935 Bruder Kurt Fischer auf der SS Galilea mit Arbeiterzertifikat C/LS nach Palästina

30.9.1938 Onkel Julius und Frau Paula Fischer abgemeldet zur Ausreise in die USA

8.10-21.10.1938 Onkel Julius und Frau Paula Fischer auf der SS KÖNIGSTEIN von Antwerpen nach New York

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

Ernst Fischer vermutlich zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.

1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Novemberpogrom

10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.

Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.

In Sachsenhausen bekommt Ernst Fischer die Häftlingsnummer 11043 oder 11643; Unterbringung in Block 61

28.12.1938 Entlassung von Ernst Fischer mit 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.

Dezember 1938 Viele der aus Buchenwald und Sachsenhausen Entlassenen gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld.

Februar 1939 eine größere Gruppe aus Bielefeld geht zur Einzelhachschara  nach Dänemark und zur der „Deventer Vereniging“ oder ins Werkdorp Wieringen in die Niederlande. Ernst Fischer zur Einzelhachschara in Almen, Het Laren, vermittelt von der „Deventer Vereniging“

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Bruder Paul Fischer ist in der Kreis-Kranken- und Pflegeanstalt Frankenthal untergebracht

Alija Beth auf der SS DORA

Alija Beth von Ernst Fischer auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden

22.10.1940 Bruder Paul Fischer auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.

März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.

Bruder Paul Fischer vermutlich nach Recebedou verlegt.

29.4.1941 Bruder Paul in Griechenland als Soldat der Palestinian Company der Royal Army in Kriegsgefangenschaft

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de866071

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de866070

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de865957

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6238); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg

https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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