Manfred Israel
*7.9.1920 in Schlawe; ✡ 2005 in Kfar Menachem
Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Samuel Sally Israel *12.2.1887 Friedrichsbruch; ✡ 30.11.1941 Riga

Mutter Paula Klar in Zolondowo, Bromberg; ✡ 30.11.1941 in Riga
Geschwister

Inge Charlotte Israel *21.5.1924 in Schlawe; ✡ 30.11.1941 in Riga
Beruf –
Adressen Schlawe; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer
Heirat 18.4.1942 mit Rachel Altertum *16.4.1922 in Berlin in Kfar Menachem
Hans Altertum *9.5.1910 in Königsberg nach Argentinien
Kinder vier
Weiterer Lebensweg
Novemberpogrom
10.11.1939 Vater Sally Israel verhaftet, eingewiesen als „Aktionsjude“ im KL Sachsenhausen, Block 60

12.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Sachsenhausen mit einer Vierergruppe von konsekutiven Häftlingsnummern
17.5.1939 beide Eltern und Schwester Inge in Schlawe, Markt 17 bei Minderheitenzählung
Umzug der Familie nach Berlin Spandau, Kronprinzenstraße 49
14.5.1938 zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn
Werkdorp Nieuwe Sluis
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
2.1.1938 formal bedingte Ummeldung aller Werkdorper von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:
Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.
16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.
Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Rigaer Blutsonntag
1939/40 Umzug der Familie nach Berlin Spandau, Kronprinzenstraße 49
27.11.1941 beide Eltern und Schwester Inge auf dem Transport VII, dem ersten Transport aus Berlin nach Riga
30.11.1941 Massenerschießung des gesamten Berliner Transportes noch vor der Ermordung der Letten aus dem Ghetto Riga in Riga Rumbula
Gedenken
28.8.1988 Pages of Testimony für die Eltern und Schwester Inge
Quellen
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://danielabraham.net/tree/related/dora
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092016
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316