Lewinsky Hans

Hans Arnold Hanan Lewinsky

*6.12.1919 in Polzin; ✡ 14.4.1999 in Forest Hills, Queens

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Leo Lewinsky *30.9.1880 in Polzin; ✡ Febr. 1943 in Auschwitz

Mutter Margarete Engel *19.10.1882 in Schönlanke; ✡ Febr. 1943 in Auschwitz

Onkel Emil Lewinsky *7.1.1884 in Pielburg; ✡8.8.1950 in Berlin

Tante Fanny Lewinsky geb. Leopold *23.2.1888 in Krojanke;

Geschwister

Gerhard Shlomo Lewinsky *4.4.1914 in Polzin; ✡11.4.2002; oo 1937 Hilde Schlesinger

Beruf Praktikant

Adressen Polzin; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat 31.5.1946 in Brüssel mit Mary Offentier *4.7.1928 in Berlin; ✡5.1.2018

Kinder

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

Hans und Gerhard Lewinsky zur Hachschara in das Lehrgut Schocken, Gut Winkel

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

13.7.1936 Bruder Gerhard auf der SS PALÄSTINA nach Haifa

Novemberpogrom

Onkel Emil verhaftet in Berlin

Einweisung als „Aktionsjude“ in das KL Sachsenhausen

17.12.1938 Entlassung von Onkel Emil aus dem KL Sachsenhausen

17.5.1939 Beide Eltern und Onkel Emil mit Frau Fanny in Berlin, Oranienburger Straße 26

Onkel Emil Lewinsky im Shanghai Jüdischen Adressbuch

29.5.1939 Emigration von Onkel Emil mit Frau Fanny nach Shanghai

5.2.1938 Hans Arnold Lewinsky zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

2.1.1938 formal bedingte Ummeldung aller Werkdorper von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Hans Arnold Lewinsky mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Berlin-Auschwitz

19.2.1943 beide Eltern auf dem 29. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Nachkriegszeit

31.5.1946 Heirat in Brüssel mit Mary Offentier

31.10.1946 Einreise des Ehepaars Lewinsky auf der MS DUNNATOR CASTLE in Haifa

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1105609

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1105541

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11244650

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11215660

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212281

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://genealogyindexer.org/view/1939Shanghai/82

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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