Sternfeld Fritz

Fritz Wilhelm Zwi Sternfeld

 *15.8.1914 in Halle/Saale; ✡ 12.1.1999 Haifa

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Max Sternfeld *16.4.1878 in Halle; ✡ 9.4.1944 in England

Mutter Helene Leonie Sernau *12.3.1882; ✡ 19.8.1915

Stiefmutter Helene Kraft *15.9.1888 in Magdeburg; ✡ ?

Großeltern Abraham Sternfeld; Rosalie Huth

Großeltern Simon Sernau; Berta Grosmann

Eltern der Stiefmutter Max Kraft; Elise Simon

Bruder

Hans Adolf Sternfeld *14.12.1908 in Halle/Saale; ✡ 9.9.1943 in Auschwitz; oo Gertrude Bock (1910-1943)

Halbbruder

Walter Sternfeld *15.5.1919 in Halle; Hachschara in Gut Winkel; 1939 England bei britischen Census; ✡ Febr. 1976 in Lincoln England

Beruf Praktikant

Adressen Halle, Advokatenweg 1 a; Leipzig; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat  –

Kinder

Weiterer Lebensweg

In Leipzig mit Bruder Hans; als Praktikant in einer Gießerei

Bruder Walter zur Hachschara im Lehrgut Schocken – Gut Winkel

Vorwurf der Rassenschande

27.7.1935 Festnahme von Fritz Sternfeld und seiner Freundin Margarethe Bode; beide kommen in Untersuchungshaft

29.8.1935 Haftentlassung, nachdem sich die Vorwürfe als unhaltbar erweisen; Fritz Sternfeld flieht nach England

15.9.1938 Bruder Hans Sternfeld emigriert nach Prag

Novemberpogrom

17.11.1938 Vater Max eingewiesen in das KL Sachsenhausen

28.12.1938 Bruder Walter entlassen aus dem KL Sachsnhausen

17.5.1939 Vater Max mit Frau Helene in Halle, Advokatenweg 1 a bei der Minderheitenzählung

Sommer 1939 Vater Max mit Frau Helene nach England

Werkdorp Nieuwe Sluis

25.2.1939 Fritz Sternfeld zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn, nachdem er von England in die Niederlande eingereist ist

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Fritz Sternfeld  mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Halle – Prag- Theresienstadt – Auschwitz

15.9.1938 Bruder Hans emigriert nach Prag

20.11.1942 Bruder Hans auf Transport C c von Prag nach Theresienstadt

6.9.1943 Bruder Hans  und Frau Gertrud auf dem Transport D m von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken

Grabstein für Zwi Sternfeld in Haifa Sde Yehoshua (Kfar Samir) Cemetery

Grabstein für Vater Max auf dem Friedhof der United Synagogue in Willesden

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129830450

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4091437

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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