Wolfram Noafeldt
*2.4.1921 in Königsberg; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Aron Noafeldt *14.2.1886 in Löbau; ✡ unbekannt
Mutter Herta Gutfeldt *18.4.1897 in Liebemühl; ✡ 1944 in Stutthof
Tante Amalie Noafeldt *18.5.1881 in Stuhm; ✡ 12.10.1944 in Auschwitz
Geschwister
Hedda Noafeldt *31.7.1922 in Königsberg; Überlebende; ✡ ?
Ursula Noafeldt *17.12.1924 in Königsberg; ✡ 28.7.1991, fiktiv 18.8.1941 in Sonnenstein bei Pirna
Berthold Noafeldt *17.6.1936 in Königsberg; ✡ 1944 in Stutthof
Cousine Margot Noafeldt *13.11.1927 in Königsberg; Auschwitz-Überlebende; oo Dobrin
Beruf –
Adressen Königsberg, Selkestraße 14a; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Tante Amalie Noafeldt war Oberin im Pflegeheim des Jüdischen Religionsverbandes in Hamburg-Eimsbüttel Schäferkamp
Novemberpogrom
10.11.1938 Verhaftung (in Ellguth oder Groß Breesen?); eingewiesen in das KL Buchenwald, Häftlingsnummer 27600


10.12.1938 Entlassung von Wolfram Noafeldt zusammen mit Erwin Nussbaum aus dem KL Buchenwald
17.5.1939 Aron, Berta, Hedda, Ursula und Berthold Noafeldt in Königsberg, Selkestraße 14a bei Minderheitenzählung
Aufenthalt in Tilsit
Werkdorp Nieuwe Sluis
25.2.1939 Wolfram Noafeldt zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 Wolfram Noafeldt mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:
Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.
16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.
Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
T4-Euthanasie in Pirna
Schwester Ursula stationär zur Behandlung im Sanitarium Allenstein-Kortau
9.7.1941 Ursula Noafeldt ins Sammellager Landesanstalt Großschweidnitz
28.7.1941 Schwester Ursula auf dem Sammeltransport mit den Grauen Bussen in die Tötungsanstalt Sonnenstein bei Pirna, wo sie unmittelbar in der Gaskammer ermordet wird

18.8.1941 gefäschtes Sterbedatum in der Klinik Sonnenstein
Kauen – Stutthof -Auschwitz
1944 Mutter Herta, Bruder Berthold im Ghetto Kauen
19.7.1944 Mutter Herta, Bruder Berthold eingewiesen von der SIPO Kauen nach Stutthof
25./26.7.1944 Mutter Herta, Bruder Berthold Deportation nach Auschwitz
Gedenken
Pages of Testimony für die Mutter und Berthold Noafeldt von den Schwester Hedda und Cousine Margot Noafeldt
Stolperstein für Cousine Margot Noafeldt in Berlin, Prenzlauer Berg, Schönhauser Allee 113
Stolperstein für Tante Amalie Noafeldt in Hamburg
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de937291
https://www.stolpersteine-hamburg.de/index.php?MAIN_ID=7&BIO_ID=26
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12667572
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278227
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://danielabraham.net/tree/related/dora
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316