Gerhard Katzenstein/Gershom Nevo
*5.7.1920 in Berlin; ✡ 17.9.2019 Kibbuz Dorot, Ashkelon
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Simon Katzenstein *1.1.1868 in Giessen; ✡ 28.3.1945 in Solna, Schweden
Mutter Henriette Rubin *27.5.1886 in Schrimm; ✡ 8.8.1958 in Uppsala
Großvater Sussmann Eliezer Katzenstein *22.6.1832 Heinebach; ✡1.10.1889 Giessen

Familie Katzenstein; v.l. Anna, Henriette, Simon, Hans und ein Onkel(?)
Geschwister
Anna Sophie Katzenstein *19.8.1918 in Berlin; ✡Okt. 1994 in Uppsala; oo Arthur Bengtsson
Halbbruder aus der ersten Ehe des Vaters mit Pauline Rubin (1893-2.10.1916 Berlin)
Hans Siegmund Katzenstein *27.9.1916 in Berlin; 17.7.1948
Beruf Praktikant
Adressen Berlin; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer
Heirat Erika Bauml /Haviva Nemo *22.10.1922 in Aussig; ✡4.7.2004 in Kibbuz Dorot
Kinder drei
Yohay Nevo
Weiterer Lebensweg
Simon Katzenstein
1889 Eintritt des Vaters Simon Katzensteinin die SPD
1892 Simon Katzenstein als Rechtsreferendar vor seiner Staatsprüfung entlassen wegen seiner Tätigkeit als Redakteur der SPD-Zeitung „Frankfurter Volksstimme“.
1896 Verurteilung zu acht Jahren Gefängnis wegen Verstoßes gegen das Pressegesetz
SPD und Gewerkschaftsfunktionär
1933 Flucht der Familie ins Saargebiet
1.3.1935 Wiedereingliederung des Saargebietes nach Volksabstimmung in das Deutsche Reich
1935 Flucht der Familie nach Schweden
Werkdorp Nieuwe Sluis

16.4.1937 Gerhard Katzenstein zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
2.1.1938 formal bedingte Ummeldung von Gerhard Katzenstein wie aller Werkdorper von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer

Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 Gerhard Katzenstein mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:
Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.
16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.
Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Gedenken
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Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Katzenstein
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://danielabraham.net/tree/related/dora
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316