Stern Gunter

Gunter Günter Daniel Stern

*28.9.1921 in Breslau; ✡ 1996 in Beer Sheva

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Emil Stern *1.12.1881 in Halle/Westfalen; ✡ 19.2.1928 in Breslau

Mutter Ella Bertha Just *13.5.1895 in Crossen; ✡ 7.7.1944 in Auschwitz

Stiefvater Franz Orgler *10.3.1884 Peiskretscham, Gleiwitz

Tante Frieda Stern *13.2.1889 in Halle; oo Spanier

Bruder Hans Rolf Stern *23.9.1920 in Breslau; ✡ 14.9.1941 in Mauthausen

Stiefbruder Helmut Orgler *22.4.1918 in Oppeln

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Breslau; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen);

Heirat Mirjam Loewy *5.2.1923 in Berlin; ✡2007 in Beer Sheba

Kinder ein Sohn und evtl. eine Tochter

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 Halbbruder Helmut Orgler in Breslau, Körnerstr. 11/13 bei der Minderheitenzählung; Franz Orgler vermutlich emigriert

Werkdorp Nieuwe Sluis

27.5.1937 Gunter Stern zur Hachschara ins Werkdorp

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Gunter Stern mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Zunächst im Kibbuz Habona in Hadera

1942 Namensändeung in Daniel Stern

Wechsel in den Kibbuz Dorot.

1942 Eintritt von Daniel Stern in die Palestinian Company der Royal Army

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande.

10.1.1941 Beginn der systematischen Registrierung der Juden in den Niederlanden

28.1.1941 Wohnungswechsel von Bruder Hans in das „Beth Chaluz“ des Hechaluz in der Oosterparkstraat

Zweite große Razzia in Amsterdam

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

Razzia im Beth Chaluz Oosterparkstraat

Alle männlichen Chaluzim im Beth Chaluz werden verhaftet, so auch Ludi und sein Bruder Arthur Goldwein, sowie Hans Stern und Gideon Drach. Ludi Goldwein wird aber wegen seines jungenhaften Aussehens und der zarten Statur aus der SS-Zentralein der Euterpestraat wieder zurückgeschickt.

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ in der Zentrale des SD in der Euterpestraat inhaftiert und müssen sich dort auf dem Innenhof in Reihen aufstellen; anschließend erfolgt die Verbringung in das Durchgangslager KL Schoorl; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

Von Dezember 1940 bis August 1941 war SS-Untersturmführer Hans Stöver Kommandant des Camp Schoorl

22.6.1941 Deportation von Hans Rolf Sternmit den 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

1941 Tod von Hans Rolf Stern in Mauthausen

Kamp Westerbork

29.4.1942 alle Juden in den Niederlanden müssen den „Judenstern“ tragen

Vor Juli 1942 Mutter eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, sie gilt als „oude kampbewoonster“.

Westerbork – Theresienstadt – Auschwitz

18.-20.1.1944 Mutter Ella auf dem zweiten Transport XXIV/2 von 870 „privilegierten“ Juden aus Westerbork nach Theresienstadt. Dieser Transport wurde nach Rücksprache mit Eichmann zusammengestellt aus Häftlingen mit Kriegsauszeichnungen oder mit Friedensverdiensten, sowie herausragenden Persönlichkeiten. Eine besondere Rolle bildeten die jüdischen Mitglieder der holländischen Nationaal Socialistische Beweging (NSB), die es im Gegensatz zur NSDAP bis 1936 abgelehnt hatte, jüdische Mitglieder (ca. 150) auszustoßen.

16.5.1944 Mutter Ella auf dem Transport E a von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5109170

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130349311

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hans%20Rolf%20Stern%22%7D

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de941250

www.myheritage.com

Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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