Gluskinos Georg

Georg Itzchak Gluskinos

*26.1.1921 in Breslau; ✡Febr. 2015 in Ramat Gan

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Wilhelm Zeev Gluskinos *9.10.1881 in Posen; ✡1965

Mutter Judith Breslauer *1.1.1882 in Kepno; ✡ ?

Tante Rebekka Slagter geb. Gluskinos

Geschwister

Gerhard Gluskinos *9.8.1913 in Breslau; ✡17.8.2011 in Bnei Brak; oo Miriam Stern

Ruth Rebekka Gluskinos *1.9.1914 in Breslau; ✡19.2.1943 in Auschwitz

Irene Gluskinos *20.5.1917 in Breslau; oo David Theo Goldschmidt (1917-1976)

Beruf

Adressen Breslau, Wallstraße 13;

Heirat 29.1.1946  Nili Weiss *1927 in Mannheim; ✡2.7.2016 in Petah Tikwa

Kinder vier

Roni Gluskinos

Weiterer Lebensweg

1937 Georg Gluskinos flüchtet in die Niederlande

Landwerk Neuendorf

Bruder Gerhard zur Hachschara ins Landwerk Neuendorf in Brandenburg; Leiter des Landwerks von Beginn 1932 bis zum Novemberpogrom 1938 war Alexander Moch (1893–1977).

Im Novemberpogrom wurden 38 männliche Chaluzim und Angestellte verhaftet und im KL Sachsenhausen interniert; Moch besorgte in England 150 Ausreisevisa, mit denen er die Gefangenen aus der Haft auslösen konnte.

19.1.1939 Entlassung von Bruder Gerhard aus dem KL Sachsenhausen

6.2.1939 Passausstellung für Gerhard Gluskinos in Breslau

27.3.1939 Alija von Gerhard Gluskinos nach Haifa, Einreise mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

17.5.1939 Eltern und Schwester Judith in Breslau, Wallstraße 13 bei Minderheiten-Volkszählung

Alija der Familie Gluskinos

27.3.1939 Alija von Gerhard Gluskinos nach Haifa, Einreise mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

25.8.1939 Die Eltern emigrieren zur Tochter Ruth nach Apeldoorn

16.7.1939 Boarding von Georg Gluskinos mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der SS DORA

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

30.11.1939 Legale Alija der Eltern nach Palästina, Ankunft auf der SS MARCO POLO in Haifa

Irene bleibt noch in Breslau; ein mit dem Vater befreundter Polizeioffizier soll sie geschützt haben.

1.11.1940 Alija beth von Schwester Irene auf der SS PACIFIC, Ankunft in Haifa;

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht

8.10.1941 Entlassung von Schwester Irene aus dem Camp Atlith

Alija beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

Nach einem Bericht aus Apeldoorn soll auch Georg Gluskinos auf der SS DORA gewesen sein

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Razzia in Apeldoorn – Kamp Westerbork

1939 Schwester Ruth von Emden in die Niederlande zunächst nach Borculo, dann Apeldoorn

17./18.11.1942 Schwester Ruth mit 67 Juden festgenommen bei einer Razzia in Apeldoorn

18.11.1942 Schwester Ruth in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

16.2.1943 Ruth Gluskinos auf dem Transport von Westerbork mit 1108 Juden nach Auschwitz

Gedenken

1995 Page of Testimony  für Schwester Ruth von Jitzchak Gluskinos

Stolperstein für Schwester Ruth in Apeldoorn, Burgemeester Tutein Noltheniuslaan 50

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1581987

https://www.joodsmonument.nl/en/page/218427/ruth-rebekka-gluskinos

https://www.tracesofwar.com/sights/115266/Memorial-Stone-Burgemeester-Tutein-Noltheniuslaan-50.htm

https://www.joodsmonument.nl/en/page/593184/in-memoriam

BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)

https://yvng.yadvashem.org/ad

Harald Lordick, Das Landwerk Neuendorf: Berufsumschichtung – Hachschara – Zwangsarbeit; in Pilarczyk, Ulrike (Hrsg) Hachschara und Jugendalija, Schulmuseum Steinhorst, 2019

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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