Haas Edwin

Edwin Gad Haas

*13.1.1920 in Mannheim; ✡ 11.4.2007 in Haifa

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Karl Josef Haas *19.12.1877 Berghausen, Königswinter; ✡ 8.3.1927 Rülzheim

Heirat der Eltern 31.5.1906 in Much

Mutter Anna Kajem* 15.1.1892 in Michelfeld; ✡10.8.1942 in Auschwitz

Großvater Josef Kayem *31.3.1866 in Steinbach; ✡29.7.1947 in Haifa

Geschwister

Fanny Marguerite Haas*23.2.1914 in Mannheim; ✡ 4.3.1914 in Mannheim

Gertrud Tamar Haas* 30.7.1915 in Mannheim; ✡ 1.7.2003 in Kfar Sava; oo Josef Demajo

Lilly Haas*13.1.1920 in Mannheim, Zwilling; ✡ 23.10.1953 in Kfar Shmarijahu; oo Alfred Kahn

Beruf

Adressen Mannheim; Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat 9.2.1942 in Herzlia Marga Mühlfelder *23.11.1919 in Bauerbach, Meiningen; 2005 Haifa

Kinder drei

Amos Haas *26.3.1945; ✡ 27.8.2021 in Haifa

Tochter Haas; oo Zucker

Weiterer Lebensweg

8.3.1927 Tod des Vaters in Rülzheim

Schwester Gertrud im jüdischen Privat-Internat Caputh

1934 Schwester Gertrud zur Hachschara nach Jugoslawien

29.1.1936 Heirat von Schwester Gertrud mit Josef Demajo in Sarajevo

30.3.1936 Alija von Schwester Gertrud mit Josef Demajo nach Palästina

20.4.1937 Zwillingsschwester Lilly abgemeldet aus Mannheim nach Palästina

Joodsche Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ war die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage

3.2.1936 Edwin Haas abgemeldet aus Mannheim in die Niederlande

28.2.1936 Edwin Haas aus Mannheim ins Werkdorp, Barsingerhorn

1.1.1938 Margot Mühlfelder Anmeldung aus Lüdinghausen in Wieringermeer

2.1.1938 Formelle Ummeldung der Chawerim auf den Ort Wieringermeer

13.3.1939 Marga Mühlfelder abgemeldet aus Wieringermeer zur Emigration nach Palästina

17.5.1939 Mutter Anna erfasst in Mannheim, F2, 4a mit ihrem Vater Josef Kayem bei der Minderheitenzählung

19.12.1939 Ankunft des Großvaters Josef Kayem auf des SS GALILEA in Haifa

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 Edwin Haas mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding von Edwin Haas mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Deportation nach Gurs in der Wagner-Bürckel-Aktion

17.5.1939 Mutter Anna erfasst in Mannheim, F2, 4a mit ihrem Vater Josef Kayem bei der Minderheitenzählung

22.10.1940 Deportation aus Mannheim, insgesamt 5600 Juden aus Baden, sowie 900 Juden aus der Pfalz und dem Saarland in das Internierungslager Gurs in der nicht besetzten Zone, Südfrankreich

März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes

August 1942 Verbringung der Mutter in das Internierungslager Drancy, Sammellager

5./6.8.1942 Deportation der Mutter Anna ab Drancy auf dem Transport 17 Zug Nr. 901-12 nach Auschwitz, Vernichtungslager

Gedenken

3.1.1956 Pages of Testimony für Anna Haas von Gad Haas

11.10.2020 Stolperstein für die Mutter Anna Haas in Mannheim F2, 4a

Quellen

https://www.marchivum.de/de/geschichte/stolpersteine/anna-haas

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936, Gemeinde Barsingerhorn, Archiv Alkmaar

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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