Willi Gutmann
*9.5.1907 in Heidenheim; ✡ 1966 in Nof Yam
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch

Vater Salomon Gutmann *11.3.1875 Heidenheim; ✡ 22.9.1942 Treblinka
Mutter Karoline Guggenheimer *11.9.1875 in Heidenheim; ✡ 1942 in Treblinka
Geschwister
Max Gutmann *16.4.1903 in Heidenheim; ✡5.11.1987 in Kfar Shmaryahu
Hedwig Gutmann *25.8.1905 in Heidenheim; ✡4.7.1992 New York
Selma Gutmann *23.2.1909 in Heidenheim; ✡3.9.2006 in Herzlia; oo Ephraim Klipstein
Beruf
Adressen Heidenheim, Spitalstraße 132; Ellguth, Steinau
Heirat 18.7.1945 in Herzlia mit Else Glebowski
Kinder
Weiterer Lebensweg
2.7.1933 Vater Salomon in Heidenheim in „Schutzhaft“
8.8.1933 Entlassung des Vaters
1933 Max Gutmann nach Palästina
4.12.1936 Zuzug der Familie von Heidenheim nach München; diverse Adressen
1937 Schwester Selma nach Palästina
Lehrgut Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
Polenaktion
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.
Benno Teichmann berichtet:
„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“
Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.
Novemberpogrom in Ellguth
10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen
10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;
12.11.1938 die über 16 jährigen Männer – mehr als 23 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.
Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450; Max Freund die 28273
4.12.1938 Entlassung von Max Freund aus dem KL Buchenwal
10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald
Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld
nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Auffanglager der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.
25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.
Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.
Novemberpogrom in Heidenheim
10.11.1938 Willi Gutmann verhaftet

12.11.1938 eingewiesen in das KL Dachau, Häftlingsnummer 2359

14.1.1939 Entlassung aus dem KL Dachau
1939 Willi Gutmann zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Willi Gutmann mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf
Mai 1939 Schwester Hedwig nach Cardiff, England
24.-27.5.1940 neun Chaluzim wechseln als Gruppe aus Ellguth in das Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn Rolf Apfel, Lothar Ascher, Herbert Brinitzer, Hermann Burstein, Walter Lion, Werner Salomon, Fritz Springer, Isbert Weinberg, Georg Witkowski. Zwischen 1939 und 1941 gingen insgesamt 21 von Ellguth nach Paderborn.
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von Willi Gutmann mit etwa 40 Chaluzim aus Ellguth ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
20.2.1940 R
Registrierung von Willi Gutmann in Athlit; —
er gibt Dr. Julius Beer, München und Dr. Egon Hoffmann, Heidenheim als Referenz an , als Gemeindeältesten Rabbiner Dr. Munck (Dokument D/1093/40/CHU)
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit;

Angabe seiner Adresse Bruder Max Gutmann
München Theresienstadt
4.12.1936 Zuzug der Eltern von Heidenheim nach München; diverse Adressen
4.12.1936 beide Eltern in München Ickstattstraße 6
15.2.1939 Rosenheimer Straße bei Berger
19.11.1941 Sammellager Berg am Laim
3.12.1941 Zwangsarbeiterlager Mibertshofen
2.7.1942 Salomon und Karolina Gutmann von München nach Theresienstadt
19.9.1942 Salomon und Karolina Gutmann von Theresienstadt nach Treblinka
Nachkriegszeit

18.12.1945 Heirat in Herzlia
Gedenken
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10656457
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten
Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110