Kaufmann Leo

Leo Kaufmann

*12.9.1912 in Bruckhausen; ✡23.4.1981 in Köln

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Max Meschulam Kaufmann gen. Haber *2.11.1884 Rozniatow; ✡16.3.1942 Amsterdam

Heirat der Eltern 12.8.1909 in Stryi

Mutter Jitte Ita Haber *10.2.1888 in Chodorow; ✡23.7.1943 in Sobibor

Großvater Samuel Kaufmann*1865 in Rozniatow

Großmutter Pesia Malke Haber *1865 in Rozniatow

Onkel ChaimHersch Kaufmann *21.9.1882 Rozniatow; ✡22.2.1945 in Bergen Belsen

Onkel Moses Leib Kaufmann *15.1.1899 Rozniatow; USA; ✡23.12.1958 Israel

Großvater Bezalel Haber *1861 in Kalusz; ✡ 27.7.1919 in Gladbeck

Großmutter Chaja Plessner

Urgroßvater Chajem Hersch Haber oo Jitte Haber

Geschwister

Schmuel Menne Kaufmann *13.5.1910 in Stryi; ✡ 17.1.1982 Tel Aviv

Sarah Kaufmann *11.6.1911 Bruckhausen, Hamborn; 1941 Lodz; oo Samuel Cohen (*2.10.1908 in Köln)

Perl Kaufmann *1914 in Bruckhausen

Charlotte Kaufmann *22.3.1915 in Gladbeck; ✡23.7.1943

Erna Esther Kaufmann *11.3.1916 in Gladbeck; ✡ 24.1.1944 in Taschkent; oo Arie Leo Blutstein

Selma Kaufmann *29.12.1917 in Gladbeck; ✡ 26.5.2008 in Be’eroth Jitzchak; oo Josef Wind (*12.2.1915 in Kattowitz)

Neffe/Nichte

Sigmund Cohen *10.12.1935 in Gladbeck, Sohn von Sarah und Samuel Cohen; ✡10.9.1943 in Auschwitz

Betty Blutstein *7.8.1937 in Gladbeck; Tochter von Erna und Arie Blutstein; in Israel; oo Haner

Beruf

Adressen Gladbeck, Barbarastraße 4; Kaiserstraße 54/Hermann-Göring-Straße heute Horster Straße 54

Heirat in Palästina Erika Esther Hammer *1.3.1926 in Vatra Dornei, Rumänien; ✡21.10.2003 München

Kinder

Ita Kaufmann *25.3.1952 in Tel Aviv; ✡12.11.2020 München

Weiterer Lebensweg

1910/11 Einwanderung der Familie nach Bruckhausen, Hamborn (heute Duisburg)

Vor 1915 Umzug nach Gladbeck, Barbarastraße 4

April 1924 Umzug in Gladbeck in die Kaiserstraße 54 (heute Horster Straße), dort betrieb die Familie ein Kurzwarengeschäft (Einzel- und Großhandel)

1929 Eingemeindung von Bruckhausen mit Hamborn zu Duisburg

1934 Selma Kaufmann zieht nach Borken (Hessen?)

Abschiedsfoto 1936; vorn Jitte und Max Kaufmann mit Enkel Sigmund
Zweite Reihe v.l. Sara, Erna sowie Lotte und Selma
3.Reihe Samuel Cohen, Schmuel und Leo Kaufmann

1936 Alija von Selma und Schmuel nach Palästina

1938 Samuel Cohen im Zuchthaus Osnabrück

Polenaktion

28.10.1938 Abschiebung von Jitte Kaufmann sowie Erna und Arie Blutstein aus Gladbeck nach Zbaszyn; Jitte Kaufmann konnte aber nach Gladbeck zurückkehren; Erna und Ari Blutstein bis Juli 1939 im Lager Zbaszyn, dann gehen sie nach Taschkent.

Verwandte von Ari Blutstein aus Dortmund in Zbaszyn

Novemberpogrom

10.11.1938 Verwüstung des Hauses in der Kaiserstraße 54; Inhaftierung mehrerer Bewohner, auch des Vaters Max

16.12.1938 Flucht von Meschulim Kaufmann nach seiner Haftentlassung nach Amsterdam

9.3.1939 Leo Kaufmann von Hamborn nach Amsterdam

21.3.1939 Charlotte Kaufmann in die Niederlande;

23.3.1939 Flucht der Eltern Jette und Max Kaufmann mit Schwester Sarah und ihrem Sohn Sigmund nach Amsterdam

29.4.1939 Sara Cohen kehrt nach Gladbeck zurück

Minderheitenzählung

17.5.1939 Sarah und Samuel Cohen in Gladbeck, Hermann-Göring-Straße 54

Samuel Cohen kann noch im Sommer 1939 nach England entkommen.

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 Alija Beth von Leo Kaufmann von Amsterdam auf der SS DORA nach Palästina

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Deportationen – Kamp Westerbork

27.10.1941 Sarah Cohen auf dem Transport Düsseldorf ins Ghetto Lodz

16.3.1942 Tod des Vaters in Amsterdam

5.5.1942 Sarah Cohen aus dem Ghetto Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof

Razzia im Waisenhaus

10.2.1943 Razzia zur Räumung des Nederlands-Israelitisch Jongensweeshuis in Amsterdam, Amstel 21

11.2.1943 Siegmund Cohen mit fast 100 Jungen und 3 Betreuern ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

1.3.1943 Mutter Jitte Kaufmann ins Kamp Westerbork, Baracke 58

2.3.1943 fast alle Jungen aus dem Waisenhaus werden auf den Transport nach Sobibor gestellt; die Großmutter Jitte konnte vermutlich die Deportation des siebenjährigen Enkels Sigmund verhindern.

20.5.1943 Schwester Charlotte Kaufmann ins Kamp Westerbork, Baracke 64

20.7.1943 Deportation von Jitte und Charlotte Kaufmann von Westerbork nach Sobibor

7.9.1943 Deportation von Sigmund Cohen von Westerbork nach Auschwitz

Nachkriegszeit

5.8.1945 Einbürgerung von Bruder Schmuel in Palästina

Samuel Cohen überlebt in England

Ari und Tochter Betty Blutstein überleben in Taschkent; 1947 ist er in Frankfurt gemeldet

1955 Rückkehr von Leo Kaufmann nach Gladbeck, er wohnt in Köln.

Gedenken

31.3.2009 Stolperstein für Jitte Ida, Max, Lotte, Leo Kaufmann und Samuel, Sarah und Siegmund Cohen in Gladbeck Horster Straße 54 im Beisein von Ita Kaufmann, Tochter des Leo Kaufmann

Grabstein für Selma Wind auf dem Nehalim Be’Erot Yitshak Common Cemetery, Petach Tikva,

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de845470

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de903053

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896594

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896506

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Gladbecker Bündnis für Courage (Hrsg.) Stolpersteine in Gladbeck 2009

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Haber%20Jitte%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kaufmann%201884%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kaufmann%201912%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Cohen%201935%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kaufmann%201911%22%7D&page=5

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198836

Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest, Gedenkbuch 1983

Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986

Franz-Josef Wittstamm, Die Recklinghäuser Juden aus Galizien und der Karpatho-Ukraine, Teil 1 und 2, Vestischer Kalender 2023, 2024

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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