Fiebelmann Elsa

Elsa Fiebelmann

*19.2.1911 in Meppen; ✡

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Max Fiebelmann *13.8.1873 in Haselünne; ✡ Theresienstadt

Mutter Bertha Goldschmidt *5.3.1870 in Meppen; ✡ 16.6.1938 in Meppen

Onkel/Tante

Elise Fiebelmann *21.5.1879 in Haselünne; nach 10.6.1942 in Majdanek

Alex Fiebelmann *31.7.1887 in Haselünne; nach Dezember 1941 in Riga

Geschwister

Adolf Fiebelmann *7.11.1900 in Meppen; ✡ vor 1945 in Riga

Siegmund Fiebelmann *4.1.1902 in Meppen; ✡ 11.1.1943 in Auschwitz; oo 1940 Ruth Adler

Isidor Fiebelmann *16.3.1906 in Meppen; ✡ 9.3.1945 in Ohrdruf

Beruf Haushälterin

Adressen Meppen, Füllener Straße 53; Ellguth, Steinau

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

2. Ehe des Vaters mit Johanna Baumgarten *9.7.1890 in Telgte; ✡ in Riga

Lehrgut Ellguth

Elsa Fiebelmann zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938 die über 16 jährigen Männer – mehr als 23 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

13.12.1938 Entlassung von Onkel Alex Fiebelmann aus dem KL Sachenhausen

9.1.1939 Entlassung von Bruder Adolf Fiebelmann aus dem KL Sachenhausen

12.4.1939 Entlassung von Bruder Siegmund aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Gästehaus der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Elsa Fiebelmann mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

17.5.1939 beide Eltern mit den Brüdern Adolf und Siegmund in Meppen

24.-27.5.1940 neun Chaluzim wechseln als Gruppe aus Ellguth in das Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn Rolf Apfel, Lothar Ascher, Herbert Brinitzer, Hermann Burstein, Walter Lion, Werner Salomon, Fritz Springer, Isbert Weinberg, Georg Witkowski. Zwischen 1939 und 1941 gingen insgesamt 21 von Ellguth nach Paderborn.

England

Sommer 1939 Flucht nach England mit „domestic permit“

29.9.1939 Elsa Fiebelmann in Conway, Wales als Hausangestellte in der Familie Holmes

Münster -Osnabrück-Bielefeld-Riga

13.12.1941 allein aus Haselünne zwölf Mitglieder der Familie Fiebelmann nach Riga deportiert

Lingen Bielefeld- Auschwitz

10.7.1942 Bruder Adolf und die zweite Frau des Vaters Johanna aus Lingen über Bielefeld und Berlin nach Auschwitz

Buchenwald-Außenlager Ohrdruf

29.3.1945 Tod von Bruder Isidor in Ohrdruf (Code S3)

Nachkriegszeit

16.7.1945 Einreise in Haifa, Internierung im Camp Athlit

Gedenken

Stolpersteine für den Vater und die Brüder in Meppen

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de865116

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de865104

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de865108

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de865111

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de865117

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7173); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My