Cohn Heinz Michel

Heinz Michel Cohn

*27.2.1920 in Alt Sarnow, Berlin; ✡  in ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Alex Cohn *18.6.1878 in Berlin; ✡ 10.3.1927 in Berlin

Heirat der Eltern 7.11.1907 in Berlin

Mutter Rosa Mann *28.1.1886 in Posen; ✡ 1942 Kulmhof

Geschwister

Feodora Cohn *5.11.1911 in Berlin; ✡ Jan. 1996; oo Erwin Löwenfeld

Selmar Cohn *1917 in Berlin; ✡ 1917 in Berlin

Werner Cohn *7.3.1922 in Berlin; ✡ 20.7.1940 Brandenburg/Havel

Geschwister

Feodora Cohn *5.11.1911; ✡ Jan. 1996 in Cambridge; 1950 oo Erwin Löwenfeld

Werner Cohn *7.3.1922 in Berlin; ✡20.4.1940 Brandenburg a. d. Havel

Beruf Praktikant

Adressen Berlin, Kaiser-Wilhelm-Straße 48; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat  –

Kinder

Weiterer Lebensweg

1927 Vater Alex stirbt nach langer Krankheit

17.5.1939 Bruder Hans in der Pschiatrischen Landesanstalt Fehrbelliner Straße 38 in Neuruppin bei Minderheitenzählung

29.9.1939 Schwester Feodora Cohn, Gymnastiklehrerin, in Larkins, Braughing, Hertfordshire bei britischem Census

Hachschara im Waldgehöft Havelberg

Heinz Cohn auf einer Gestapoliste von Havelberg vor 1938

Heinz Cohn zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

30.6.1937 Heinz Cohn nicht auf der Belegschaftsliste von Havelberg

31.12.1937 Heinz Cohn nicht auf der Belegschaftsliste

30.6.1938 Heinz Cohn nicht auf der Belegschaftsliste

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis

Das Lehrgut Ellguth

Ende 1937/1938 Wechsel von Heinz Cohn zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse.

10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

14.11.1938 Heinz Cohn eingewiesen als Aktionsjude in das KL Buchenwald; Häftlingsnummer 27460

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth zunächst Nummern im Bereich 10000-11000, später erfolgte einen Umnummerierung auf Nummern um 27450

2.12., 6.12., 10.12., 14.12. erhält Heinz Cohn Überweisungen fürs Reisegeld dreimal von Schwester Feodora

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

6.1.1939 Nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchtenmit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande zur Einzelhachschara in der Deventer Vereniging tot Vakopleiding.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

Werkdorp Nieuwe Sluis

13.2.1939 Heinz Cohn zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

T 4-Euthanasie

17.5.1939 Bruder Hans in der Psychiatrischen Landesanstalt Fehrbelliner Straße 38 in Neuruppin

18.7.1940 Verlegung in die Sammelanstalt Berlin-Buch, Heil- und Pflegeanstalt

20.7.1940 Transport von Bruder Werner mit den Grauen Bussen aus Berlin-Buch nach Brandenburg a. d. Havel, Tötungsanstalt

Berlin – Ghetto Lodz – Kulmhof

24.10.1941 Deportation der Mutter aus Berlin ins Ghetto Lodz – Kulmhof

4.5.1952 Deportation der Mutter aus dem Ghetto Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof

Gedenken

Quellen

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12651068

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1026085

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5695497

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278226

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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