Loszynski Ernst

Ernst/Yitzhak Loszynski

*23.4.1918 in Oschersleben; ✡ 13.7.2004 in Neot Mordechai, Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Nathan Loszynski *5.4.1887 in Schokken; ✡ 1942 in Lublin

Mutter Martha Hirschfeld *5.2.1887 in Schwetz; ✡ 1942 in Lublin

Geschwister

Miriam Margarete Loszynski *14.10.1911 in Rathenow; ✡ 11/1981 Tel Aviv; oo Ewald Baruch

Dorothea Loszynski *19.11.1913 in Rathenow; ✡ ?; oo David Ball

Arno Heinz Loszynski *17.10.1914 in Oschersleben; ✡ Israel

Beruf Landarbeiter

Adressen

Heirat Hannah Tuteur *22.3.1922 in Kaiserslautern; ✡22.11.2002 Israel

Kinder drei

Ronni Loszinski *1946; ✡1981; oo Josef Firstatter

Yoav Loszinsky/Laskin *16.7.1950 in Israel; oo Dori Vallen

Michal Loszinsky *1.5.1953 Israel; oo Steven Nissan (geb. in Adelaide, Australien) 2001 geschieden

Weiterer Lebensweg

Die Familie des Vaters stammte aus Schokken; die Stadt wurde 1919 durch den Versailler Vertrag polnisches Staatsgebiet. Die meisten Juden gingen darufhin nach Deutschland, so auch Onkel Paul Loschinski nach Berlin

30.4.1934 Einreise von Schwester Margarete in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

19.4.1937 Schwester Dorothea und Ehemann David Ball nach Haifa

Lehrgut Ellguth

Ca 1938 Ernst Loszynski zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938   die über 16 jährigen Männer – mehr als 26 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450, Ernst Loszynski die Nummer 27599

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 Ernst Loszynski mit u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Auffanglager der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.

Ernst Loszynski zur Einzelhachschara in Hall bei Eerbeek

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Bruder Arno im Strafgefängnis Brandenburg/Havel; nach Entlassung nach Palästina

17.5.1939 beide Eltern in Breslau

9.1.1940 Bruder Arno auf der SS TRANSSILVANIA nach Haifa

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding von Ernst Loszynski mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

Juli 1939 Gerhard Rachwalsky als Madrich, , Gert Böhm, Gregor Bronstein, Ellen Gaenser, Alfred Jordan, Charlotte Ständig mit etwa vier weiteren Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft von auf der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

1942 Einweisung der Eltern in das Grüssau

Breslau – Grüssau – Lublin

Ab 1939 wurden die Breslauer Juden in eines der drei Sammellager Tormersdorf bei Görlitz, Grüssau bei Landeshut und Riebnig bei Brieg verbracht;

Im Lager Grüssau, einem beschlagnahmten, ehemaligen Zisterzienserkloster, wurden ab dem 5. Oktober 1941 schlesische Juden interniert; Einweisung der Eltern in das Judensammellager Kloster Grüssau

3.5.1942 beide Eltern auf dem Transport von Breslau nach Rejowiec

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de918635

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de918632

www.myheritage.com

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://collections.yadvashem.org/de

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936, Gemeinde Barsingerhorn, Archiv Alkmaar

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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